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Rocarde Perlen-Lexikon

Um Ihnen ein vertiefendes Wissen über Perlen anzubieten haben wir diese umfangreiche Sammlung der wichtigsten Begriffe und Informationen aus der Welt der Perlen für Sie in unserem Perlen-Lexikon zusammengestellt.

  1. Einleitung
  2. Die Pflege und Aufbewahrung von Perlen
  3. Perlengeschichte(n)
  4. Die Muschel und die Entstehung von Perlen
  5. Bewertung von Perlen
  6. Perlenkunde

Natürlich soll Ihnen unser Lexikon auch eine zielgerichtete Orientierungshilfe bei der Auswahl Ihres persönlichen Geschenkes sein, denn Perle ist nicht gleich Perle.

Es kann sein, dass ausgerechnet der von Ihnen gesuchte Begriff in unserem Lexikon fehlt. In diesem Falle schicken Sie uns einfach eine E-Mail. Gerne beantworten wir Ihre Frage.

Viel Spaß beim „Schmökern“ in unserem Perlen-Lexikon, wünscht Ihnen das Rocarde Team.

1. Einleitung

Perlen dienen den Menschen schon seit mehr als 5.000 Jahren als Schmuck und so lässt sich ein organisierter Perlenhandel in China bereits bis ins Jahr 2.500 v. Chr. zurückverfolgen.

Perlen sind ein tierisches Produkt. Sie entstehen in Muscheln als Ergebnis einer Abwehrreaktion auf das Eindringen von Fremdkörpern in das Muschelinnere. Hierbei wird ein Eindringling von der Muschel erst abgekapselt und dann durch Perlmutterausscheidung umschlossen. Dieser Vorgang führt zur Bildung einer Perle.

Neben Muscheln gibt es auch Seeschnecken in denen Perlen entstehen.

Bei Perlen wird zwischen Natur- und Zuchtperlen unterschieden. Naturperlen kommen auf allen Kontinenten vor, aber ihre Anzahl ist natürlich sehr gering. Durchschnittlich geht man davon aus, dass nur in einer von 100 Muscheln eine Perle zu finden ist, wobei nur jede fünfte Naturperle auch zur Schmuckherstellung geeignet ist.

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Daher hat die steigende Nachfrage nach Perlen dazu geführt die begrenzte natürliche Perlenproduktion durch eine professionelle Züchtung von Perlen zu ergänzen.

Die ersten modernen Versuche, unter Mithilfe von künstlich eingesetzten Kernen, in Muscheln Perlen entstehen zu lassen wurden in Japan vorgenommen und im Juli 1893 dort die ersten Zuchtperlen geerntet.

Zuchtperlen machen heute 98% des Welthandels mit Perlen aus.

2. Die Pflege und Aufbewahrung von Perlen

Perlen sind Naturprodukte und benötigen daher eine sorgfältigere Pflege als etwa Edelsteinschmuck. Sie sind auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung sehr empfindlich gegenüber chemischen und mechanischen Einflüssen. Sie müssen nicht nur vor Gefahren geschützt sondern auch regelmäßig gepflegt werden, denn Perlen altern.

Es ist ratsam Perlenschmuck getrennt von anderem Schmuck aufzubewahren. Vorzugsweise in einem weichen Stoffbeutel oder eingewickelt in ein samtes Tuch. So kann die Perle auch nicht zerkratzt oder anderweitig mechanisch beschädigt werden.

Parfüms, Kosmetika, Deodorants, Haarspray und andere chemische Substanzen greifen die Perlen an und lagern sich kaum entfernbar auf den Oberflächen ab. Perlschmuck sollte daher grundsätzlich erst nach dem Schminken und Frisieren angelegt werden. Zum Besuch beim Friseur sollte man erst gar keinen Perlenschmuck anlegen oder ihn wenigstens vorher im Salon ablegen.

Bei Arbeiten im Haushalt sollte generell kein Perlenschmuck getragen werden. Neben möglichen mechanischen Beschädigungen der Perlen durch harte Gegenstände, wirken sich auch Haushaltsreiniger nachteilig auf die glänzenden Oberflächen von Perlen aus.

Nach dem Tragen von Perlen ist es ratsam, sich die kurze Zeit zu schenken und den Perlenschmuck, einschließlich eventueller Verschlüsse oder Ziersteinen aus anderen Materialien, mit einem weichen und von Wasser angefeuchtetem Tuch zu reinigen und von Kosmetika- und Schweißspuren befreien.

Es kann nicht schaden, den teuren Perlenschmuck in regelmäßigen Abständen von einem Juwelier überprüfen zu lassen. Insbesondere bei Ohrringen, Halsketten und Ringen müssen die Verschlüsse und Fassungen überprüft werden.

Da die Perlenschnüre mit der Zeit brüchig werden und reißen können, ist es ratsam, die Perlen regelmäßig neu auffädeln zu lassen um unangenehme Überraschungen durch gebrochene Fäden zu vermeiden.  Hierbei ist darauf zu achten, dass dabei hinter jeder Perle ein Knoten eingefügt wird. Dadurch wird verhindert, dass bei einem Reißen der Kette nicht alle Perlen komplett herunterfallen.

3. Perlengeschichte(n)

Die Geschichte der Perle ist auch Teil der Menschheitsgeschichte und sie ist eng verbunden mit der Entwicklung der neueren Zivilisationen der letzten 5.000 Jahren.

Der älteste bekannte Perlenschmuck ist eine Kette, die als Grabbeigabe eines persischen Königs, bei Susa im heutigen Iran, nahe zur irakischen Grenze, gefunden wurde. Ihr Alter wird auf ca. 4.300 Jahre geschätzt.

Im Shui-Ging, dem ältesten Geschichtsbuch Chinas, wird schon um 2.500 v. Chr. beschrieben, dass einem König eine Perle als Geschenk überreicht wurde.

Im Buddhismus gehört die Perle zu den „acht kostbarsten Dinge“ und die Hindus verehrten schon vor 4.000 Jahren die Perle als „Geschenk des Gottes Vishnu“.

Es lässt sich nachweisen, dass es schon um 2.200 v. Chr. organisierte Handelsrouten von Indien bis zu den Handelsstädten von Tyros und Sidon am Mittelmeer, im heutigen Libanon, gegeben hat.

Einen kommerziellen Höhepunkt erreichte der Perlenhandel im Römischen Reich. Der römische Perlenhandel war so bedeutend, dass sich in Rom eine eigene Zunft der Perlenhändler und Perlenverarbeiter bildete, die „Margaritarii“. Der Name leitete sich ab von „Margarita“ dem griechischen Wort für Perle.

Perle heißen daher auch alle Frauen die den Vorname Margherita, Rita, Margot, Marguerite, Gretel, Margarete oder Marjorie tragen.

Eine gebräuchliche römische Handelsbezeichnung für Perlen war in dieser Zeit  „Perula“ welche umgangssprachlich für kleine Birne (Pera = Birne) steht und sich in abgewandelter Form in allen europäischen Sprachen bis in die Neuzeit gehalten hat.

Es gab in Rom Gesetze, die das Tragen von Perlen nur Personen von besonderem sozialem Rang erlaubten. Berühmt wurde die Legende von den Perlen Kleopatras die mit dem römischen Kaiser Marcus Antonius (ca. 40 v. Chr.) die Wette abschloss sie könne eine Mahlzeit im Wert von 60 Millionen Sesterzen verspeisen (umgerechnet ca. 6 Millionen Euro). Um die Wette zu gewinnen, nahm sie einen ihrer berühmten Ohrringe ab, löste sie der Legende nach in einem Glas Essig auf und trank das Ganze. Bevor sie die zweite Perle auch auflöste, erklärte der Schiedsrichter aber die Wette für gewonnen und rette so die zweite Perle. Perlen lassen sich zwar nicht in Essig auflösen, aber die Legende zeigt, welchen hohen Wert den Perlen in dieser Zeit zugemessen wurde.

Die Spuren der großen antiken Perlen verlieren sich dann in der Geschichte, aber auch im christlichen Mittelalter wurde der Perle wieder ein hoher materieller Wert zugeschrieben und ihr auch magische und überirdische Eigenschaften zugeordnet.

So war auch die Reichskrone, welche Kaiser Otto der Große im Jahr 962 in Rom zu seiner Krönung trug, dicht mit Edelsteinen und Perlen besetzt.

Durch die Kreuzzüge im 12. Jahrhundert kamen wieder reichlich Perlen nach Mitteleuropa und es war modischer Brauch an den Höfen, Gewänder und Kronen, neben vielen Edelsteinen, auch mit Perlen zu besetzen.

Im Aberglauben des Mittelalters wurden Perlen oft mit Tränen in Verbindung gebracht. Oft auch im freudigen Sinne, so dass nämlich Tränen sich zu Perlen umwandelten und ihrem Besitzer Reichtum und Glück brächten.

Im 13. Jahrhundert wurden in China nachweislich die ersten gezüchteten Perlen auf den Markt gebracht.

Nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492 fanden die spanischen Eroberer schnell heraus, dass in allen Indianerkulturen Amerikas Perlen bekannt waren und auch dort zu Schmuck verarbeitet und Kultzwecken eingesetzt wurden. Daraufhin begann ein neuer schwungvoller Perlenhandel von Amerika aus nach Europa, insbesondere an die Höfe Spaniens und Portugals, was das sogenannte „Perlenzeitalter“ in der Mode auslöste.

Anselmus de Boot erkennt um 1600, dass die Perlen im Innern der Muschel aus dem gleichen Material bestehen wie die Schale selbst.

Ausgehend von diesen Erkenntnissen, führte dann der schwedische Naturforscher Carl von Linné erstmals in Europa Versuche zur Herstellung von Perlen durch, wobei er Fremdkörper in Süßwasser-Muscheln einsetzte.

Nachdem sich die Diamantschleiferei etwa seit 1750 in Paris immer weiter entwickelt hatte, verringerte sich im 19. Jahrhundert langsam die Nachfrage nach Perlen und besonders große und geschliffene Diamanten verdrängten bald die Perle von ihrem Platz als Nr. 1 unter den „Edelsteinen“.

Sir Edward Hume stellte erstmals 1825 wissenschaftlich fest, dass in der Mitte von Perlen häufig organische Substanzen eingeschlossen sind.

Ab 1850 begann in Europa neben dem Adel auch das wohlhabende Bürgertum Perlen zu tragen. Durch die Weltausstellung von 1900 in Paris wurde eine neue Blütezeit der Perlen eingeleitet und Paris neben London zum neuen Zentrum des internationalen Perlenhandels.

In Asien lief der internationale Perlenhandel in dieser Zeit hauptsächlich über die indischen Städte Madras und Mumbai (Bombay). Die Naturperlen aus dem Indischen Ozean und Persischen Golf wurden dort gereinigt, sortiert und auf Perlschnüre aufgezogen und dann nach Europa und Nordamerika verkauft.

In Japan und China gab es schon lange eine traditionelle Perlenfischerei und es wurden schon seit Jahrhunderten auch Versuche unternommen Perlen zu züchten. Zwischen 1895 und 1905 gab es dann in Japan die ersten erfolgreichen Versuche „runde Perlen“ zu züchten. Dem Japaner Kokichi Mikimoto kommt der Verdienst zu, die Zuchtverfahren so verbessert und ein stabiles Wissensfundament für die organisierten Zuchtperlenindustrie erarbeitet zu haben, welches noch heute auf allen Zuchtfarmen in der ganzen Welt angewendet wird.

Lange Zeit waren über die Perlbildung in der Wissenschaft die verschiedensten Theorien in Umlauf, aber erst 1913 wurde durch den Marburger Zoologen Friedrich Alverdes die biologische Perlbildung komplett richtig beschrieben.

Bereits um 1914 kamen dann die ersten Zuchtperlen aus Japan nach Europa, wurden aber von den Händlern zuerst nicht als „echte Perlen“ anerkannt.

Da sich Zuchtperlen aber von Naturperlen bei allen Qualitätsmerkmalen nicht  unterscheiden, begannen sie in der Schmuckindustrie immer schneller den Markt zu erobern. Durch verbesserte Zuchtverfahren und einen schnellen Ausbau der großen Perlzuchtfarmen, insbesondere in Japan, konnte so auch der Bedarf der Verbraucher immer schneller und bedarfsgerechter befriedigt werden.

1926 wurden dann auf dem 1. Internationalen Juwelierkongress in Amsterdam Zuchtperlen ausdrücklich mit der Bezeichnung „Perles cultivées“ klassifiziert und für die Schmuckherstellung als geeignet befunden.

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International gelten heute China und Japan als die größten Produzenten von Zuchtperlen, große Farmen werden auch in Australien und Franz. Polynesien betrieben.

Als die teuerste Perle der Welt gilt „La Regente“, früher ein Teil des französischen Kronschatzes, welche mit einem Gewicht von 337 Grains (= 21,7 gr.) auch eine der größten Perlen der Welt ist und im Jahr 2005 auf einer Auktion für € 2,1 Mio. angeboten wurde.

Mit einer Jahresproduktion von ca. 1.150 Tonnen Süßwasserperlen ist Zhuji (ausgesprochen Schuhchi), ca. 160 Kilometer südwestlich von Schanghai in der Provinz Zhejiang gelegen, das weltweit größte Zentrum für die Aufzucht von Süßwasserperlen, mit einem aktuellen Marktanteil von 73%.

Dort werden auf einer riesigen Fläche tausende von Zuchtfarmen als Familienbetriebe geführt, die übergeordnet in staatlichen Genossenschaften organisiert sind.

Hierbei ist es eine Besonderheit, dass die chinesischen Süßwasser-Zuchtperlen in großen, oval-geformten Miesmuscheln (Flussperlmuscheln) der Gattung „Margaritifera margaritifera” gezogen werden.

In China werden heute 99% aller Süßwasserperlen produziert.

4. Die Muschel und die Entstehung von Perlen

Perlen entstehen hauptsächlich in Muscheln (lat. Bivalvia) und Muscheln gehören zu der Art der Mollusken. Es gibt etwa 10.000 verschiedene Arten von Muscheln und die Auster ist eine der Muschelarten die auch Perlen produzieren kann.

Perlen von guter Qualität bilden sich aber nur in der Muschelgattung „Pinctada“. Diese Gattung gibt es in mehreren Arten und sie tritt in allen Ozeanen und in Binnengewässern auf.

85% aller Muscheln leben im Salzwasser, sind also Meermuscheln und ernähren sich von Plankton, das sie mit ihren Kiemen aus dem Wasser filtern. Daneben gibt es auch viele Flussmuschelarten.

Die größten Muschelarten ( Riesenmuscheln ) erreichen einen Durchmesser von bis zu 140 cm und ein Gewicht von max. 300 kg.

Die Lebenserwartung von Muscheln reicht bei einigen Arten bis zu 300 Jahren.

Perlen bilden sich auf natürlichem Weg im Inneren von Salz- und Süßwasser-Weichtieren. Das können Muscheln oder Austern sein.

Perlbildende Muscheln bestehend aus drei Hauptbestandteilen und sind wie folgt aufgebaut:

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  1. Vordere und hintere Schale, verbunden durch den Schließmuskel (Schloss). Die Muschelschalen bestehen jeweils aus drei Schichten: die äußere Conchynschicht, die mittlere Schicht aus Calcitkristallen und die innere Perlmuttschicht.
  2. Das innere Weichtier (bestehend aus Eingeweidesack, Herz, Nieren und Kiemen).
  3. Der Mantel, ein Hautlappen der sich schützend um das Weichtier legt. Der Mantel  ist verantwortlich für den Aufbau der Schale und damit auch für den Aufbau einer Perle, denn innerhalb des Mantels befinden sich eben die Zellen, deren Funktionen es ist Perlmutt, Conchyn oder Calcitkriställchen zu bilden.

 

Unter dem Gesichtspunkt der Naturperlenbildung und der Perlenzucht gehören die nachstehend aufgeführten Muscheln zu den häufigsten Arten:

  • Pinctada martensii: Diese Muschel kommt hauptsächlich vor den südlichen Inseln Japans vor. Die bis zu 9 cm groß werdende Pinctada martensii, wird auch als Akoya (jap.: ako = mein Kind, ya = zeigt die Zuneigung) bezeichnet. Die Perlen dieser Muschel erreichen eine Größe bis zu 11 mm. Sie werden in Japan seit etwa 100 Jahren zur Perlgewinnung gezüchtet, in China seit 1980.
  • Pinctada maxima: Bei dieser Perlmuschelart handelt es sich um eine außerordentlich große Muschel. Sie kann über 5 kg wiegen. Sie kommt im östlichen Indischen Ozean bis hin zum tropischen westlichen Pazifik vor. Diese Muschelart ist besonders gut zur Zucht geeignet. Die Perlen können bis zu 20 mm groß werden.
  • Pteria penguin: ist im Roten Meer, persischen Golf, Indischen Ozean und dem tropischen westlichen Pazifik beheimatet. Sie wird manchmal auch als „Schwarze Flügelauster“ (Penguin Wing Oyster oder Black Winged Oyster) bezeichnet. Sie produziert die bekanntesten schwarzen Perlen.
  • Pinctada margaritifera: Diese Muschel ist an der Ostküste Afrikas, dem Roten Meer, im Persischen Golf, im Indischen Ozean als auch im westlichen und mittleren pazifischen Raum beheimatet.

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Es handelt sich bei dieser Art eher um eine Gruppe ähnlicher, jedoch leicht unterschiedlicher Muscheln. So wird zum Beispiel die „Schwarzlippige Perlauster“ (Black lipped Oyster) aus dem polynesischen Raum, aus der die Tahitiperle gewonnen wird, als Pinctada margaritifera cumingi eingeordnet.

  • Pinctada radiata: ist im Persischen Golf, Roten Meer, Indischen Ozean und auch im Mittelmeer beheimatet. Die meisten Naturperlen der Antike dürften dieser Muschelart zu verdanken gewesen sein. Diese Muschelart ist kaum in der Perlenzucht eingesetzt. Ihre Naturperlen genießen aber heute noch einen hohen Stellenwert.
  • Pinctada imbricata: Diese Muscheln produzierten die Perlen der „Neuen Welt“ die die spanischen Erober im 16. und 17. Jahrhundert nach Europa brachten und dort begehrte Schmuckstücke waren. Sie werden auch als die „Atlantische Perlmuschen“ bezeichnet, da sie im westlichen Atlantik beheimatet sind (Bahamas, Florida, Karibik und nördliches Südamerika). Die natürlichen Bestände dieser Muschelart gelten durch Überfischung vielerorts als ausgerottet bzw. sind außerordentlich gefährdet. Auch wurde diese Muschelart nie für die Perlenzucht kultiviert.
  • Pinctada fucata: sie ist für die Perlenzucht eine sehr bedeutende Muschelart, da der Japaner Kokichi Mikimoto ab 1895 mit ihr die Basis der modernen Perlenzucht begründete. Sie ist auch als die „Akoya-Muschel“ (Akoya oyster) bekannt. Sie ist in den Meeresgewässern von Japan, China, Taiwan, Vietnam und Australien anzutreffen.
  • Pinctada mazatlanica: wird manchmal auch als die „La Paz Perlmuschel“ bezeichnet. Die wohl berühmteste tropfenförmige (halbbarocke) Perle aller Zeiten, La Peregrina, dürfte vermutlich von dieser Muschelart stammen. Das Verbreitungsgebiet dieser ostpazifischen Muschelart erstreckt sich von der Westküste Mexikos (Baja California) bis nach Peru. Sie kann eine Größe von über 20 cm erreichen. Natürliche Perlen können über 10 mm groß sein. Neben weißen Perlen bringt diese Muschelart auch dunkelfarbige Perlen hervor. Diese Muschelart ist aber kaum für die moderne Perlenzucht kultiviert.

 

Der Grund für die Entstehung einer Perle ist ein winziger Fremdkörper, z. B. ein Steinchen oder ein Holzstückchen, der die obere Bindegewebsschicht der Muschel verletzt hat und in das Innere der Muschel zwischen Schale und Mantel gelangt ist.

Die daraufhin einsetzende Perlbindung kann in drei Phasen eingeteilt werden:

muschel2Phase 1: Die äußeren Epithelzellen des Mantels werden durch den Fremdkörper eingedrückt und es entsteht eine Vertiefung die sich immer mehr in das Bindegewebe des Mantels hinein vergrößert.

Phase 2: Die Muschel umschließt langsam mit ihrem äußeren Mantelepithel den Fremdkörper und bildet einen Perlsack (Epithelsack) um diesen herum.

Phase 3: Der Perlsack wird von den äußeren Epithelzellen des Mantels getrennt und in das Bindegewebe hinein isoliert, gleichzeitig wird eine Schutzschicht aus Perlmuttsubstanz (Calcium-Carbonat, woraus auch die Muschelschale besteht) mit mehreren Lagen um den Fremdkörper herum gebildet. Das Ergebnis dieser Ummantelung ist eine, dem Fremdkörper entsprechend geformte und perlmutt-schimmernd Perle.

Perfekt runde Naturperlen kommen daher nur äußerst selten vor und erzielen höchste Preise.

Dieser natürliche Prozess wird von den Perlenzüchtern genutzt. Hierzu wird die ausgewachsene Muschel, d.h. solche die zwei Jahre und älter sind, an Land gebracht und durch einen „Perltechniker“ wird ein kleiner operativer Eingriff durchgeführt. Die Muschel wird vorsichtig einen Spalt geöffnet, mit einem Skalpell im Bindegewebe ein kleiner Schnitt gemacht und dann einen mit Epithelzellen einer anderen Perlmuschel beschichteten Kern (der Nukleus) in das Muschelinnere eingesetzt.

Dieser Kern besteht aus einem kleinen Stück poliertes Muschel-Perlmutt. Die Kerngrößen sind genormt und haben einen Durchmesser von 1,2  - 6,6 mm, jedoch gibt es auch Kerne bis 10 mm.

Das Perlenwachstum liegt je nach Muschelart zwischen 0,3 und maximal 3,0 mm pro Jahr. Während einer Wachstumszeit von 18 - 24 Monaten entstehen dann die begehrten Perlen. Die Ernte wird gewöhnlich während der Monate Juni und September vorgenommen.

Bei der Süßwasserperlzucht werden besonders präparierte Muscheln bis zu 6 Jahren im Wasser belassen bis die Perlen herausgeschnitten werden.

Es sind pro Muscheltier nur zwei bis drei Perlzuchten möglich. Anschließend werden die Schalen zur Perlmutt-Gewinnung genutzt.

5. Bewertung von Perlen

Käufer und Verkäufer bzw. Produzenten und Nutzer von Handelswaren benötigen zur Wertermittlung definierte Informationen und Beschreibungen, aus denen dann die Wertigkeit einer Ware in finanzieller und ideeller Sicht abgeleitet werden kann. Das ist bei Edelsteinen und Perlen als Hauptbestandteile von Schmuck nicht anders, aber gerade hier von besonderer Bedeutung.

Bei Edelsteinen und Perlen werden zur Bewertung in erster Linie die physischen Eigenschaften und die Art der Bearbeitung herangezogen.

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Die fünf besonderen Bestandteile im international allgemein gültigen Schema zur Bewertung von Perlen sind:

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Zusätzliche Kriterien können sein:

  • Typ der Perle
  • Stärke des aufgewachsenen Perlmutts
  • Genauigkeit und Art der Bohrung
  • Bei Perlensträngen wie Halsketten und Armbänder spielt auch noch die  Zusammenstellung mit Perlen gleicher Qualität (Matching) eine große Rolle

Bis heute gibt es aber keinen einheitlichen Standard zur Bewertung von Perlen. Es werden im Handel zwei unterschiedliche Systeme verwendet. Diese sind:

  1. das vierteilige A, B, C, D System,
    das hauptsächlich im pazifischen Raum und Australien gilt,
  2. das fünfteilige AAA, AA+, AA, A+,A System
    welches hauptsächlich in Japan, China und anderen asiatischen Ländern Anwendung findet Im europäischen Groß- und Einzelhandel werden heute meist die Graduierungen auch nach dem AAA-A System angezeigt.

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Diese Kriterien geben bei der Klassifizierung natürlich einigen Spielraum für Interpretation und persönliche Wertungen. Sehr schwierig ist daher die Bewertung von Perlensträngen wie Halsketten und Armbänder, da naturgemäß nicht alle der aufgezogenen Perlen die absolut gleichen Merkmale aufweisen.

1.  Farbe

Austern und Muscheln sind natürliche Lebewesen und produzieren Perlen in allen möglichen Farbvariationen – wobei Perlen die Besonderheit aufweisen, dass sie je nach Betrachtungsweise auch zwei Farben haben können.

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Wenn man eine Perle in einem besonderen weichen Licht betrachtet, sind die zwei Farben leicht zu unterscheiden.

Die Hauptfarbe einer Perle heißt „Körperfarbe“ und reicht von weiß, creme, rosé über blau und grün bis schwarz. Sie ist die Farbe die wir beim ersten Blick als die eigentliche Farbe einer Perle empfinden. Ein zusätzlicher Farbschimmer um die Hauptfarbe herum wird als „Überfarbe“ bezeichnet, dieser ist meist rosé, rosa oder grünlich, selten bläulich und gibt der Perle eine andere Farbvariation. Zum Beispiel kann eine Perle weiß erscheinen, aber bei näherer Betrachtung sieht man die roséfarbene Schattierung. Die Körperfarbe der Perle trägt dann die Bezeichnung weiß-rosé.

Weißt eine Perle zwei Überfarben auf die sich verbinden, nennt man das Farbspiel „Orient“.

Für den internationalen Perlenhandel hat das GIA (Gemological Institute of America) ein einheitliches System der möglichen Farben aufgestellt.

2.  Lüster

Besonders wichtig bei der Beurteilung von Perlen ist deren Glanz, der auch als Perlmuttglanz, Perlglanz oder Lüster bezeichnet wird. Damit wird der seidige, regenbogenfarbige Glanz der Perlen bezeichnet.

Dieser Glanz resultiert aus einer Mehrzahl von Perlmuttschichten, die an der Oberfläche der Perle Licht reflektieren und der Perle Brillanz und Schein geben. Der Lüster bemisst also die Brillanz und Reflektion einer Perle. Große Perlen haben ein dickeres Perlmutt, ein stärkeres Lüster und sind damit auch qualitativ wertvoller.

Bei der Beurteilung des Lüsters wird darauf geachtet, wie stark das Licht von einer externen Lichtquelle aus sich zur Mitte der Perle hin entwickelt und von dort heraus sich wieder nach außen reflektiert. Der Lüster ist der feine regenbogenfarbige Glanz, der über einer Perle zu schweben scheint.

Die Stärke des Lüsters wird bestimmt durch:

  • die Dicke der Perlmuttschicht
  • die Struktur, Größe und Transparenz der Kristalle, die diese Schicht ausmachen
  • die Regelmäßigkeit im Aufbau der einzelnen Perlmuttschichten
  • die Gesundheit der Muschel

Bei häufiger Klassifizierung sollte man immer die gleiche Lichtquelle verwenden.

Das GIA (Gemological Institute of America) hat folgende Werteskala  aufgestellt:

  • Stark glänzend
  • Glänzend
  • Hoch
  • Mittel (die häufigste Klassifizierung)
  • Etwas Matt (sehr dünne Perlmuttschicht)
  • Matt

Zur Beurteilung von Farbe und Lüster sollte man die Perle nur bei Tageslicht betrachten, niemals bei Kunstlicht, auch sollte man sie auf eine neutrale graue Unterlage legen, niemals auf eine weiße oder schwarze.

3.  Größe

Bei der Beurteilung der Größe gilt im Allgemeinen, dass die Perle so groß wie möglich sein sollte. Bei der Gestaltung des Preises hat die Größe aber keinen wesentlich größeren Anteil als die anderen vier Hauptfaktoren.

Größenangaben gelten immer für den mittleren Durchmesser einer Perle und nicht deren Länge. Die von Barock-Perlen werden in Länge und Breite angegeben.

Die Wertigkeit der Größen sind je nach Zuchtperlenart verschieden, folgende Durchschnittswerte gelten:

Süßwasserperlen - die Größen liegen zwischen 4 und 18 mm, wobei Größen über 11 mm bei annähernd runden Perlen sehr selten sind. Süßwasserperlen, die keinen eingepflanzten künstlichen Kern haben, sondern ganz aus Perlmutt bestehen, brauchen 5 bis 6 Jahre, um eine Größe von 12 bis 13 mm zu erreichen.

Süßwasserperlen mit eingepflanztem Kern können bis zu 18 mm Durchmesser erreichen. Diese Größen sind aber meist nicht rund, sondern barock.

Akoyaperlen - die für die Zucht von Akoyaperlen verwendeten Muscheln sind meist nur 6 bis 9 cm groß. Daher ist auch die Größe, welche die Akoyaperlen erreichen können, maximal 10 - 11 mm. Die durchschnittlichen Durchmesser von Akoyaperlen liegen zwischen 6 und 7,5 mm.

Südseeperlen - erreichen Durchmesser von 8 bis 20 mm.

Die größten Perlen kommen hier aus Australien, Perlen über 16 mm sind aber sehr selten. Die meisten Südseeperlen haben eine Größe von 11 bis 14 mm.

Neben dem Durchmesser einer Perle wird bei der Graduierung auch gleich die Dicke der Perlmuttschicht ermittelt.

 4.  Oberflächenqualität

Bei der Beurteilung der Oberfläche kommt es besonders darauf an, wie viele Unregelmäßigkeiten vorhanden sind, welche Art und wie gut sichtbar sie sind.

Nur wenige Perlen sind vollkommen makellos. Die meisten weisen ein oder mehrere Wachstumsmerkmale auf. Das können sein: Vertiefungen, Spalten, Erhebungen, Risse, Rillen, Splitter, Flecken, Falten, Abflachungen und glanzlose Stellen.

Diese entstehen während der Wachstumszeit der Perle z.B. durch Verschmutzungen, Temperaturschwankungen, ungenügende Nahrungszufuhr für das Muscheltier oder durch winzige Eindringlinge.

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Im Idealfall ist die Perlenoberfläche glatt, makellos und glänzend und zeigt nur kleinste oder keine Unregelmäßigkeiten und es gilt: Je weniger Wachstumsmerkmale eine Perle aufweist, desto wertvoller ist sie.

Bei der Bewertung der Oberfläche wird daher besonders untersucht in wie weit durch die Unregelmäßigkeiten der sichtbare Gesamteindruck und die Haltbarkeit einer Perle beeinträchtigt wird.

5.  Form

Perlen gibt es in unterschiedlichsten Formen – die seltenste und qualitativ hochwertigste ist die runde Form. Akoya-, Tahiti- und Südsee-Austern tendieren dazu absolut runde Perlen zu produzieren. Hingegen sind die der Süßwasser-Muscheln eher oval oder nicht ganz rund.

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Die Formen von Perlen werden in vier Hauptkategorien eingeteilt:

1. Runde Formen 

  • Rund - für das bloße Auge (bei einer Kette müssen die Perlen genau in der Mitte gebohrt sein). Bei Messungen darf der Durchmesser nicht mehr als 2% variieren.
  • Nahezu rund - vom Betrachter wird die Perle allgemein als rund wahrgenommen. Meist sind solche Perlen leicht länglich, abgeflacht oder nicht genau in der Mitte gebohrt.
  • Leicht unrund – die Perlen sind nicht ganz rund aber symmetrisch in der Form

Perfekte runde Perlen sind sehr selten und daher auch am teuersten.

2. Symmetrische Formen

  • oval – gleichmäßig gerundete, längliche Form
  • knopfförmig (auch button oder bouton) - auf einer oder beiden Seiten mehr oder minder stark abgeflacht
  • tropfenförmig oder birnenförmig

Symmetrische Formen die ungleichmäßig sind werden oft auch als halbbarock oder semi-barock bezeichnet.

3. Barocke Formen

  • die Perle ist stark unregelmäßig in der Form und weist keinerlei Symmetrie auf.

4. Andere Formen

  • Perlformen, die nach ihrem Erscheinungsbild benannt werden, z.B. länglich oder rechteckig.

Neben der Größe und den anderen Bewertungsmerkmalen, wird oft auch das Gewicht von Perlen besonders genannt bzw. in Zertifikaten ausgewiesen.

Hier muss man genau auf die Maßeinheit achten, denn das Gewicht von Perlen wird im Handel normalerweise in Karat, Grain oder Momme (japanische Gewichtsbezeichnung) angegeben.

1 Karat (metrisches Karat) = 0,20 Gramm

1 Grain = 0,05 Gramm

1 Momme = 3,75 Gramm

Die Preisbildung

Am Ende aller Bewertungen steht immer die Preisbildung. Die Ergebnisse aus den Bewertungen der verschiedenen Qualitätskriterien werden von einem Gutachter in Prozent angeben, z.B. Farbe 95%, Oberfläche 90%, usw.. Am Ende steht ein Gesamtprozentsatz für die Wertigkeit der Perle.

Die Gewichtung der Kriterien wird meist nach folgender Tabelle vorgenommen: perlenlexikon_tabelle3

Die notwendigen Ausgangswerte für die Preisbildung sind variabel und basieren auf den jeweils aktuellen Preisen, welche für die großen Erntelots auf den jährlichen Perlauktionen in Japan und dort insbesondere an der Perlenbörse in Tokio, erzielt werden.

 6. Perlenkunde

Die Perlenkunde gibt ihnen zu den wichtigsten Begrifflichkeiten jeweils eine kurze Beschreibung

 1. AAA-A Bewertung

Bis heute gibt es keinen einheitlichen Standard zur Bewertung von Perlen. Es werden im Handel zwei unterschiedliche Systeme verwendet. Diese sind: das vierteilige A, B, C, D System, das hauptsächlich im pazifischen Raum und Australien gilt und das fünfteilige AAA, AA+, AA, A+, A System, welches hauptsächlich in Japan, China und anderen asiatischen Ländern Anwendung findet. Hierbei ist zu beachten, dass AAA die höchste Bewertung einer Perle ist. Im europäischen Groß- und Einzelhandel werden heute meist die Graduierungen nach dem AAA-A System angezeigt.

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2. Abalone-Perlen

Abalone Perlen entstehen nicht in Austern oder Muscheln sondern in besonderen Schnecken, die „Seeohren“ oder „Meerohren“ genannt werden. Deren wissenschaftlicher Name lautet Haliotis. Die Haliotis gibt es in fast allen warmen Meeren. In Asien gelten diese Meeresschnecken darüber hinaus als Delikatesse. Von den 66 vorkommenden Arten bildet nur die „Haliotis gigantea“ bizarre assymetrische geformte Perlen die meist eine Hornform haben. Sie schimmern in den Farben blau, grün, grau und bronze.

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Die Abalone Perlen werden wie Edelsteine in Karat gemessen. Die größte Abalone- Perle hat weit über 300 Karat und ist ca. 15x5 cm groß. Sie wurde in den USA gefunden.

3. Ago Bay

Das frühe Zentrum der japanischen Perlenzucht, bereits 1889 wurde dort die erste Farm angelegt. Noch heute befinden sich in der Ago Bay ca. ein Drittel aller japanischen Zuchtperlfarmen. Sie liegt auf der südöstlichen Seite der japanischen Hauptinsel Honshu.

4. Akoya-Perlen

In der japanischen Perlenzucht wird hauptsächlich die Muschel Pinctada Martensii verwendet. Die Japaner nennen sie Akoya-gai. In der Übersetzung setzt sich das Wort wie folgt zusammen: ako = mein Kind, ya = zeigt die Zuneigung, gai = Muschel. Und so werden alle in der Akoya-gai Muschel entstehenden Perlen Akoya-Perlen oder umgangssprachlich Akoyas genannt.

Sie werden ausschließlich im Salzwasser gezogen und die Akoya-Perlen können sich nur bei Wassertemperaturen zwischen 13 und 28 Grad entwickeln. Früher wurden hierzu Muschelbänke auf ca. 15-20m Meerestiefe angelegt, heute werden die Muscheln in Muschelkörbe abgelegt die an Flöße angehängt sind. Geerntet wird in der Winterzeit.  Je nach Größe haben die Akoya-Perlen eine Wachstumszeit von 2-4 Jahren.

Die für die Zucht von Akoya-Perlen verwendeten Muscheln sind meist nur 6 bis 9 cm groß. Daher ist auch die Größe, welche die Akoya-Perle erreichen kann, maximal 10 - 11 mm. Die durchschnittlichen Durchmesser von Akoya-Perlen liegen jedoch zwischen 6 und 7,5 mm.

In eine Akoya Auster können zwar maximal 5 Implantate in das Mantelgewebe eingesetzt werden, aber meistens werden sie nur mit 2 Kernen bestückt.

Sie produzieren die beständigsten runden Perlen mit hohem Lüster und mit sehr geringen Unvollkommenheiten. Ihre Farbe variiert von creme und weiß bis weiß-rosé.

5. Alverdes (Friedrich Alverdes)

Friedrich Alverdes war ein deutscher Zoologe der von 1889 bis 1952 lebte und lange Zeit an der Universität Marburg forschte und lehrte. Seit Jahrhunderten waren über die Perlbildung in der Wissenschaft die verschiedensten Theorien in Umlauf, aber erst 1913 wurde durch Alverdes die biologische Perlbildung wissenschaftlich vollständig und richtig beschrieben.

6. Ama

Ama ist der Name für japanische Perltaucherinnen, die die ausgesetzten Muscheln zur Operation an die Oberfläche holen. Man unterscheidet sie in zwei Gruppen. Die Funados arbeiten mit ihrem Mann zusammen der im Boot bleibt und auf die Leine achtet die sie um die Taille gebunden haben. Die Kachidos arbeiten alleine, tauchen aber immer in Gruppen. Die durchschnittliche Tauchzeit der Amas beträgt 30 - 40 Sekunden.

7. Aragonit (Aragonitblättchen)

Bei Aragonit handelt es sich um ein Calciumcarbonat. Es ist der Hauptbestandteil des Perlmutts und somit von Perlen, welche vom Mantel der Muscheln gebildet wird. Das Perlmutt setzt sich aus flachen Aragonitplättchen von winziger Größe zusammen. Ihre Dicke beträgt ca. 0,0005 mm und der Durchmesser ca. 0,01 mm. Sie sind sechseckig geformt. Die Plättchen sind in Lagen übereinander versetzt angeordnet und werden durch einen Conchynfilm zusammengehalten. Sie sind zusammen mit dem Conchyn verantwortlich für den Lüster einer Muschel.

8. Austern

Austern (engl. = Oyster) gehören zur Klasse der Muscheln. Für den Menschen ist die Auster mehrheitlich als nahrhafte Speise von Interesse. Es gibt aber Austernarten, die Perlaustern, welche die Fähigkeit besitzen, schön aussehende Perlen zu produzieren. Perlaustern sind vor allem in Japan und China anzutreffen.

9. Austral-Perlen

Eine Handelsbezeichnung für Zuchtperlen mit Kern, welche an der Nordwestküste Australiens und im südostasiatischen Raum ( Thailand, Malaysia, Indonesien und Philippen ) gezogen werden.

10. Bajaderen

Perlenketten, welche zusätzlich noch mit Farb- oder Edelsteinen verziert sind.

11. Barockperlen

Perlen die stark unregelmäßig in der Form sind und keinerlei Symmetrie aufweisen. Diese Bezeichnung kann für jede Perlenart Anwendung finden, da sie sich ausschließlich auf die Form bezieht.

12. Bewertungsfaktoren von Perlen

Käufer und Verkäufer bzw. Produzenten und Nutzer von Handelswaren benötigen zur Wertermittlung definierte Informationen und Beschreibungen, aus denen dann die Wertigkeit einer Ware in finanzieller und ideeller Sicht abgeleitet werden kann.

Bei Edelsteinen wie bei Perlen werden zur Bewertung in erster Linie die physischen Eigenschaften und die Art der Bearbeitung herangezogen.

Die fünf besonderen Bestandteile im international allgemein gültigen Schema zur Bewertung von Perlen sind:

  • Farbe: verschiedene Farben der Perlen
  • Lüster: seidige, regenbogenfarbige Glanz der Perle
  • Größe: Größe der Perle, umso größer, desto wertvoller
  • Oberflächenqualität: Vorhandensein von Unregelmäßigkeiten, Art und Sichtbarkeit
  • Form: Unterschiedliche Formen wie rund, oval, etc.

Zusätzliche Kriterien können sein:

  • Typ der Perle
  • Stärke des aufgewachsenen Perlmutts
  • Genauigkeit und Art der Bohrung
  • Bei Perlensträngen wie Halsketten und Armbänder spielt auch noch die  Zusammenstellung mit Perlen gleicher Qualität (Matching) eine große Rolle

13. Bezeichnungen für Perlen

Durch die CIBJO (aus dem französischen: Confédération International de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamantes, Perles et Pierres) ist die Namensgebung für Perlen im internationalen Handel klar geregelt. Es wird unterschieden zwischen:

  • echten Perlen,
  • Zuchtperlen,
  • zusammengesetzten Zuchtperlen und
  • Imitationsperlen.

Auch andere Begrifflichkeiten und Herkunftsangaben sind in den Blue Books der CIBJO allgemein verbindlich geregelt.

14. Bib

Eine Perlenkette bestehend aus mehreren Strängen in unterschiedlichen Längen

15. Bildung einer Perle

Der Grund für die Entstehung einer Perle ist ein winziger Fremdkörper, z. B. ein Steinchen oder ein Holzstückchen, der die obere Bindegewebsschicht der Muschel verletzt hat und in das Innere der Muschel eingedrungen ist. Daraufhin umschließt die Muschel langsam mit ihrem Mantelepithel den Fremdkörper und bildet einen Sack um diesen. So wird der Fremdkörper isoliert und eine Schutzschicht aus Perlmuttsubstanz (Calcium-Carbonat, woraus auch die Muschelschale selbst besteht) mit mehreren Lagen um den Fremdkörper herum gebildet. Das Ergebnis dieser Ummantelung ist eine, dem Fremdkörper entsprechend geformte und perlmutt-schimmernde Perle. Perfekt runde Naturperlen kommen nur äußerst selten vor.

16. Bivalvia

Die heutige wissenschaftliche Bezeichnung für Muscheln ist das lateinische Wort Bivalvia, welches auch mit „zweigeteilter Schale“ übersetzt werden kann. Sie wurde durch den schwedischen Wissenschaftler Carl von Linné 1758 in seiner botanischen und zoologischen Nomenklatur erstmals eingeführt

17. Biwa-Perlen

Der Biwa-See ist der größte Binnensee Japans, er liegt im südlichen Teil der japanischen Hauptinsel Honshu und hat eine Fläche von 674 km² (zum Vergleich der Bodensee: 536 km²). Süßwasserperlen die in diesem See gezogen werden heißen daher Biwa-Perlen. Sie sind bekannt für ihre hohe Qualität, gleichmäßigen starken Lüster und glatte Oberfläche.  
Das Farbspektrum umfasst Cremeweiß, Weißrosa, Lachsorange, dunkles Weinrot und Violett.

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Die dort für die Zucht verwendeten Austern nehmen keine Kerne an, somit sind sie kernlose Perlen und wachsen deshalb oft in barocken Formen.

18. Black Lipped Oyster

Black Lipped Oyster ist die englische Bezeichnung für die „Pinctada margaritifera cumingi“ was ins Deutsche mit „Schwarzlippige Perlauster“ übersetzt wird. Der Name ist vom schwarzen Schalenrand der Auster abgeleitet. Sie ist überwiegend im westlichen Pazifik beheimatet und besonders bekannt, da sie zur Zucht der bekannten schwarzen Tahitiperle verwendet wird.

19. Black Winged Oyster

Blacked Winged Oyster ist die englische Bezeichnung für die „Pteria penguin“ was ins Deutsche mit „Schwarze Flügelauster“ zu übersetzen ist. Der Name wird im Handel, zu Werbezwecken, oft als wertvolle Perlenzuchtauster hervorgehoben. Diese Auster ist im Roten Meer, persischen Golf, Indischen Ozean und vor allem dem tropischen westlichen Pazifik beheimatet. Sie produziert besonders schwarze Perlen.

20. Blister- oder Schalenperlen

Werden auch als Zuchtschalen- oder Zuchtblisterperlen bezeichnet.

Diese Bezeichnungen sind auf das besondere Zuchtverfahren zurückzuführen. Im Unterschied zu den meisten Zuchtperlen, welche sich in der Mitte einer Muschel im Bindegewebe entwickeln, werden zur Entstehung von Blister- oder Schalenperlen kleine Halbkugeln aus Ton oder Perlmutt zwischen Schale und Mantel eingesetzt. Nach kurzer Zeit sind die eingesetzten Kerne mit einer feinen Schicht aus Perlsubstanz überzogen und an der Schale festgewachsen. So wächst eine halbrunde Perle heran. Nach dem Herausschneiden wird die flache Unterseite der Perle entweder mit einem Perlmuttstückchen bedeckt, in der Halbkugelform belassen oder mit einer Schicht aus Perlmutt zu einer vollrunden Kugeln ergänzt. Solange sich die halbrunde Perle noch in der Muschel befindet, wird sie "Blister" (englisch für Hautblase) oder auf Deutsch „Bläschenperle“ genannt. Die bekanntesten Blister- oder Schalenperlen im Handel sind die Mabe-Perlen.

21. Bohren von Zuchtperlen

Das Bohren der Perlen erfolgt mit speziellen elektrischen Bohrvorrichtungen. Die Position des Bohrlochs wird vorher auf der Perle eingezeichnet und es wird besonders darauf geachtet, dass eventuelle Unregelmäßigkeiten der Oberfläche durch das Bohrloch verschwinden. Die Durchmesser der Bohrlöcher liegen ja nach Perlengröße zwischen 0,6 mm und 1,0 mm.

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22. Bouton-Perlen ( Button-Perlen )

Die Bezeichnung bezieht sich nur auf die besondere Form der Perle und kann für alle Arten von Natur- und Zuchtperlen Anwendung finden. Bouton (französisch)  oder Button (englisch) steht für Knopf, d.h. solche Perlen sind auf beiden Seiten sehr stark abgeflacht und sehen ähnlich aus wie ein Knopf. Bouton-Perlen werden oft als Anhänger verwendet.

23. Buddha-Perlen

Hierbei handelt es sich um Süßwasser-Zuchtperlen, als deren Kern eine kleine Buddha-Figur aus Elfenbein, Gips oder Blei in die Muschel eingesetzt wird. Bereits im 5. Jahrhundert n. Chr. wurde in China von den so genannten „Buddha-Perlen“ in Süßwassermuscheln berichtet.

24. Calcit

Die Muschelschale besteht aus drei Schichten. Die mittlere Schicht oder auch Prismenschicht wird aus Calcitkristallen gebildet, welche für die Ausscheidung von Calcitprismen bei der Perlenbildung verantwortlich ist.

25. CBJIO

Die Internationale Vereinigung für Schmuck, Silberwaren, Diamanten, Perlen und Steine, kurz CIBJO (aus dem französischen: Confédération International de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvrerie des Diamantes, Perles et Pierres oder auch World Jewelry Confederation genannt) ist der Weltdachverband für den Schmuck- und Juwelenfachhandel.

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Seinen Hauptsitz hat er in Bern. In den sogenannt „Blauen Büchern“ des Verbandes werden die internationalen Standards für Graduierung, Prüfung und Benennung von Diamanten, Edel- und Schmucksteinen, Perlen sowie Edelmetall festgehalten.

26. Chicot-Perlen

Eine veraltete französische Bezeichnung für Blister- oder Schalenperlen (französisch chicot = stumpf).

 27. China-Perlen

Eine allgemeine Handelsbezeichnung mit der aber keine bestimmten Perlen oder Perlqualitäten definiert sind bzw. davon abgeleitet werden können. Allgemein können alle Natur- und Zuchtperlen aus China als China-Perlen bezeichnet werden.

28. Choker

Das Choker (engl. choke = würgen) bezeichnet eine eng anliegende einreihige Halskette, die eine Länge von ca. 38 - 43 cm hat und aus gleichgroßen Perlen besteht. Choker ist eine Standardlänge im Schmuckhandel.

29. Chute

Eine Kette hat einen „Verlauf“ wenn die Mittel- oder Zentralperlen einen wesentlich größeren Durchmesser haben als die Endperlen. Chute ist das französische Wort für Verlauf. Eine Bezeichnung für Perlenketten die heute nur noch selten im Handel verwendet wird.

30. Collar

Eine Halskette bestehend aus mehreren parallelen Strängen, eng am Hals getragen, ca. 30 – 38 cm lang. Auch als Collier de Chien“ (Hundehalsband) bezeichnet.

31. Collier

Für Perlenketten haben sich im Lauf der Zeit bestimmte Handelsbezeichnungen entwickelt. Ein Collier im ursprünglichen Sinn, war eine Perlenkette mit Verlauf und einer Länge zwischen 43 und 50 cm. Allgemein wird heute die Bezeichnung Collier im Handel für alle Perlenketten verwendet, leider oft auch für Halsketten mit Schmucksteinen. Princess ist eine andere Handelsbezeichnung für eine Halskette dieser Länge.

32. Collier de Chien

Eine Halskette bestehend aus mehreren parallelen Strängen, eng am Hals getragen, ca. 30 – 38 cm lang, wird als Collier de Chien“ (Hundehalsband) bezeichnet. Collar ist die englische Bezeichnung.

33. Conchin (Conchyn)

Die Muschelschale besteht aus drei Schichten. Die äußere Schicht oder Epidermis besteht aus Conchyn, eine hornartige organische Masse die in bräunlicher, grünlicher oder schwärzlicher Masse auftritt.
Die Hornsubstanz Conchyn hält auch mit einem hauchdünnen Film die Aragonitplättchen des Perlmutts zusammen und ist somit nicht nur für die Stabilität und Haltbarkeit der Perlen sondern auch für den Lüster mit verantwortlich.

34. Conch Perlen

In den Gewässern der Karibik lebt die Flügelschnecke „Strombus Giga“ (englisch für Great Conch) die bis zu 3 kg. schwer wird, eine Größe von 30-35 cm erreicht und in welcher die sogenannten „Conch-Perlen“ gefunden werden.

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Die Perlen erreichen eine Größe von 4-12 mm, sind oft rosa, seltener weiß und haben keinen Lüster. Neue Naturperlen dieser Art werden heute kaum noch auf den Markt gebracht.

35. Decracquelieren

Feine  Sprünge, Risse und andere Wachstumsmerkmale einer Perle, können durch das Einlegen in Öl wieder unsichtbar oder zumindest weniger sichtbar gemacht werden. Dieses Vorgehen nennt man „decracquelieren“.

36. Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V.

Die Lehre von den Edel- und Schmucksteinen wird als Gemmologie bezeichnet. Seit der Gründung im Jahre 1932 vermittelt die Deutsche Gemmologische Gesellschaft e.V. (DGemG) mit Sitz in 55743 Idar-Oberstein,  Fachwissen über Edel- und Schmucksteine ( hierzu zählen auch Perlen, Perlmutt und Korallen ) in Theorie und Praxis.

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Die DGemG pflegt und fördert die Gemmologie in Wissenschaft und Technik und beschäftigt sich intensiv mit der Entwicklung von Aus- und Weiterbildung.

37. Echte Perlen

Der Begriff „echte Perlen“ wird im Handel oft irreführend eingesetzt. Grundsätzlich gilt, dass mit echten Perlen nur solche Perlen bezeichnet werden sollten, welche in der Natur ohne menschlichen Eingriff entstanden sind, also Naturperlen. Eine Klassifizierung oder Beschreibung  „echte Zuchtperlen“ ist daher eher dem fehlenden Sachverstand des Händlers zuzuschreiben.

38. Endoskop

Ein Endoskop ist ein Gerät, mit dem das Innere von lebenden Organismen, aber auch von technischen Hohlräumen untersucht werden können. Um das Verhalten von Licht in einer Perle beobachten zu können, entwickelten um 1920 in Paris Chilowsky und Perrin ein spezielles Endoskop für die Untersuchung von Perlen.
Bei der Untersuchung wurde in den Bohrkanal der Perle eine Hohlnadel eingeführt an deren Ende Spiegel angebracht waren. Aus dem Verhalten der verschiedenen Lichtspiegelungen konnten Rückschlüsse auf die Qualität der Perle gezogen werden. Heute werden Qualitätsuntersuchungen von Perlen mit Röntgenapparaten durchgeführt.

39. Epithel (Epithelzellen)

Die Epithelzellen sind Teil des Mantels einer Muschel. Sie sind es, die einen Eindringling ummanteln und isolieren und dabei gleichzeitig Perlmutt und Conchyn produzieren und so eine Perle entstehen lassen.

40. Farben

Austern und Muscheln sind natürliche Lebewesen und produzieren Perlen in allen möglichen Farbvariationen – wobei Perlen die Besonderheit aufweisen, dass sie je nach Betrachtungsweise auch zwei Farben haben können. Die Hauptfarbe einer Perle heißt „Körperfarbe“ und reicht von weiß, creme, rosé über blau und grün bis schwarz. Ein zusätzlicher Farbschimmer um die Hauptfarbe herum wird als „Überfarbe“ bezeichnet, dieser ist meist rosé, rosa oder grünlich, selten bläulich und gibt der Perle eine andere Farbvariation. Zum Beispiel kann eine Perle weiß erscheinen, aber bei näherer Betrachtung sieht man die roséfarbene Schattierung. Weißt eine Perle zwei Überfarben auf, nennt man das Farbspiel „Orient“.Die Körperfarbe der Perle trägt dann die Bezeichnung weiß-rosé. Farbvariationen hängen nicht mit der Qualität der Perle zusammen.

Für den internationalen Perlenhandel hat das GIA (Gemological Institute of
America) ein einheitliches System der möglichen Farben aufgestellt.

41. Fluoreszenzverhalten

Unter Fluoreszenz versteht man das Aufleuchten einer Substanz durch Einwirkung einer unsichtbaren Strahlenart. Bei Untersuchungen ist besonders das Fluoreszenzverhalten ein Indiz für die Herkunft einer Perle. Süßwasserperlen glimmen im Dunkeln unter Röntgenstrahlen in einem grünlichgelbem Licht, eine Eigenschaft die bei Salzwasserperlen nicht auftritt. Unter ultraviolettem Licht verhalten sich Natur- und Zuchtperlen gleich.

42. Flussperlen

Süßwasser- oder Flussperlen sind meist kleine, nicht ganz runde Perlen, mit einem etwas schwächeren Lüster. Sie stammen aus der „Margaritifera Margaritifera“ einer Flussperlmuschel (Miesmuschel). Überall wo es sauberes Gewässer gibt, findet man diese Muschelart und sie lebt in vielen Flüssen und Seen auf allen Kontinenten der nördlichen Hemisphäre. Für das Wachstum einer Perle von 4 mm wird mit einer Wachstumszeit von 20 bis 25 Jahren gerechnet, für Perlen von 6–7 mm mit 40 bis 50 Jahren. Durch die Verschmutzung vieler Gewässer gibt es jedoch heute kaum noch bedeutende Vorkommen.

43. Formen

Perlen gibt es in unterschiedlichsten Formen – die seltenste und qualitativ hochwertigste ist die runde Form. Akoya-, Tahiti- und Südsee-Austern tendieren dazu absolut runde Perlen zu produzieren. Hingegen sind die der Süßwasser-Muscheln eher oval oder nicht ganz rund

Die Formen von Perlen werden in vier Hauptkategorien eingeteilt:

1. Runde Formen 

  • Rund - für das bloße Auge (bei einer Kette müssen die Perlen genau in der Mitte gebohrt sein). Bei Messungen darf der Durchmesser nicht mehr als 2% variieren.
  • Nahezu rund - vom Betrachter wird die Perle allgemein als rund wahrgenommen. Meist sind solche Perlen leicht länglich, abgeflacht oder nicht genau in der Mitte gebohrt.
  • Leicht unrund – die Perlen sind nicht ganz rund aber symmetrisch in der Form

Perfekte runde Perlen sind sehr selten und daher auch am teuersten.

2. Symmetrische Formen

  • oval – gleichmäßig gerundete, längliche Form
  • knopfförmig (auch button oder bouton) - auf einer oder beiden Seiten mehr oder minder stark abgeflacht
  • tropfenförmig oder birnenförmig

Symmetrische Formen die ungleichmäßig sind werden oft auch als halbbarock oder semi-barock bezeichnet.

3. Barocke Formen

  • die Perle ist stark unregelmäßig in der Form und weist keinerlei Symmetrie auf.

4. Andere Formen

  • Perlformen, die nach ihrem Erscheinungsbild benannt werden, z.B. länglich oder rechteckig.

44. Fortpflanzung von Muscheln

Die Laichperiode der Muscheln dauert von Juni bis August. Die weiblichen Muscheln geben ihre Eizellen in das Wasser ab, die männlichen Muscheln gleichzeitig ihren Samen. Die Befruchtung und anschließende Larvenentwicklung erfolgt dann äußerlich im Wasser. Die Muscheln haben die Besonderheit, dass sie ihr Geschlecht ändern können, der Grund hierfür ist immer noch nicht erforscht.

45. GIA (Gemological Institute of America)

Das Gemological Institute of America (GIA) wurde 1931 gegründet. Es beschäftigt sich mit der Erkundung, Forschung, Lehre und Bewertung von Edelsteinen und Perlen. Das Institut ist gemeinnützige Einrichtung. Der Hauptsitz befindet sich in Carlsbad (Süd-Kalifornien) und an 13 weiteren Standorten werden von der GIA weltweit noch Labore als auch Schul- und Forschungszentren unterhalten.

46. Grain

Im europäischen Edelstein- und Perlenhandel war „Grain“ früher ein übliches Gewicht. Ein Grain entspricht 0,05 gr. oder ¼ metrisches Karat.
Grain ist auch die kleinste englische Maßeinheit, welche sich aus dem römischen Gran (das Gerstenkorn) abgeleitet hat.

47. Größen

Die Größe der Muschel hat Einfluss auf die Größe der Perle, die es daher in allen Größenordnungen gibt. Die Größe von runden Perlen wird nach ihrem Durchmesser bestimmt, Barock-Perlen nach Länge und Breite. Die Perlengröße ist keine Qualitätskennzahl, bestimmt aber den Preis der Perle mit. Durchschnittliche Perlengrößen (Durchmesser) sind:

Akoya:                 6,0  -   8,0 mm
Süßwasser:         5,0  -   7,0 mm
Südsee:              11,0  - 13,0 mm
Tahiti:                  11,0   - 12,0 mm

Die Größen von Süßwasserperlen liegen zwischen 4 und 18 mm, wobei Größen über 11 mm bei annähernd runden Perlen sehr selten sind. Süßwasserperlen, die keinen eingepflanzten künstlichen Kern haben, sondern ganz aus Perlmutt bestehen, brauchen 5 bis 6 Jahre, um eine Größe von 12 bis 13 mm zu erreichen.

Süßwasserperlen mit eingepflanztem Kern können bis zu 18 mm Durchmesser erreichen. Diese Größen sind aber meist nicht rund, sondern barock.

Die für die Zucht von Akoyaperlen verwendeten Muscheln sind meist nur 6 bis 9 cm groß. Daher ist auch die Größe, welche die Akoyaperlen erreichen können, maximal 10 - 11 mm.

Südseeperlen - erreichen Durchmesser von 8 bis 20 mm. Die größten Perlen kommen hier aus Australien, Perlen über 16 mm sind sehr selten.

Tahiti-Perlen gehören zu den weltweit größten Perlen. Sie werden meist in Größen zwischen 8 und 16 Millimeter Durchmesser gezogen.

48. Härte

Die Härte von Schmucksteinen, zu denen auch die Perlen zählen, werden in der Einheit „Mohs“ angegeben. Auf der Mohs´schen Ritzhärteskala werden Perlen mit einem Wert von 3,5 bis 4,5 geführt. Im Vergleich dazu: Diamanten haben den höchsten Wert von 10. Obwohl der Wert recht niedrig ist, sind Perlen zäh und widerstandsfähig. Die Zähigkeit hängt mit der organischen Verkittung des Perlmutts durch das Conchyn zusammen und diese gibt den Perlen auch eine hohe Elastizität. Eine Perle die herunterfällt springt wieder hoch.

49. Hope-Perle

Als die berühmteste und bisher größte gefundene Perle der Welt wird meist die Hope-Perle genannt, welche heute in einem Museum in London ausgestellt ist. Bei ihr handelt es sich um eine natürliche Blisterperle. Sie wiegt 454 metrische Karat = 91 gr., ist 50 mm lang und hat einen Durchmesser zwischen 83 und 150 mm. Sie hat eine Tropfenform und am oberen Ende ist sie weiß, während sie sich zum unteren Ende hin in grauviolett bis dunkelbronze zeigt. Ihren Namen hat sie von dem britischen Bankier und Juwelensammler „Henry Philip Hope“, (1774-1839) nach dem auch der Hope-Diamant benannt ist, der die Perle jahrelang in seiner Sammlung hatte.

50. Imitationsperlen

Diese Art von Perlen wird aus einem anderen Material als Perlmutt hergestellt, bzw. ist nicht durch einen perlbildenden Prozess in Muscheln entstanden. Neben vielen verschiedenen Arten sind die bekanntesten Imitationsperlen:

  • Mallorca-Perlen (Glas- oder Perlmuttkugeln)
  • Antillen-Perlen (gedrechselte Perlmuttkugeln)

51. Japan-Perlen

Früher wurden manchmal Zuchtschalen- oder Blisterperlen im Handel als Japan-Perlen bezeichnet, meist handelte es sich hierbei um Mabe-Perlen. Es gibt heute keine definierten Zucht- oder Naturperlen die man korrekt als Japan-Perlen bezeichnen würde.

52. Karat ( metrisches Karat )

Eine Gewichtsbezeichnung des Edelstein- und Perlenhandels. Ein metrisches Karat entspricht 0,2 gr..

53. Kasumigaura Zuchtperlen

Eine neue Züchtigung von Süßwasserperlen benannt nach dem Kasumigaura-See, mit 168 qkm der zweitgrößten See Japans. Der Name „Kasumiga-Perle“ ist international markenrechtlich geschützt

Aus der Kreuzung von japanischen mit chinesischen Süßwassermuscheln wurde um 1990 im Kasumigaura-See eine neue Muschelart gezogen. In die Muschel werden relativ große Perlmuttkerne eingesetzt, und für die Aufzucht werden 3-4 Jahre eingeplant. Daher erreichen die Kasumigaura-Perlen eine durchschnittliche Größe von 10-15mm, es wurden aber auch schon Perlen mit 20 mm Durchmesser geerntet.

Diese Zuchtperlen sind jetzt seit 1997 auf dem Markt und zeigen meist eine intensive hell- bis dunkelrosa Farbe. Sie werden aktuell in Japan und China gezogen.

54. Kettenlängen

Für Perlenketten haben sich im Lauf der Zeit spezielle Handelsbezeichnungen entwickelt und so gibt es besondere Namen für die unterschiedlichen Längen von Perlenhalsketten:

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55. Kerne der Zuchtperlen

Die Kerne für Zuchtperlen werden meist aus Süßwasserperlmutt hergestellt. Das Perlmutt dieser Schalen ist von rein weißer Farbe, hat kaum Lüster und ein spezifisches Gewicht, welches dem der natürlichen Perlmuttproduktion vieler Muscheln und Austern entspricht. Die Schalen werden erst in Würfel geschnitten und dann später rund gerieben. Die Kerngrößen sind genormt und liegen zwischen 1,2 mm und 6,6 mm. Die Abstände zwischen den Größen beträgt immer 0,3 mm. Es gibt jedoch auch Sondergrößen bis max. 10 mm.

56. Keshi-Perlen

Der Name „Keshi“ ist japanisch und heißt Mohnsamenkorn. Früher wurde er auf besonders kleine Perlen angewandt, heute bezeichnet er solche Perlen, die in operierten Muscheln aber ohne Eingriff des Züchters entstanden sind. Sie bestehen praktisch aus 100% Perlmutt und haben daher eine besonders glänzende Oberfläche und einen intensiven Lüster. Da Keshi-Perlen kernlos sind, entwickeln sie oft flache länglich barocke Formen. Die Durchmesser liegen zwischen 2  und 7 mm und es werden Längen bis zu 20 mm erreicht. Die Farben reichen von weiß und creme bis hell- und dunkelgrau.

57. Körperfarbe von Perlen

Die Hauptfarbe einer Perle heißt „Körperfarbe“. Sie ist die Farbe die man beim ersten Hinsehen als die eigentliche Farbe der Perle erkennt. Die Farbskala von Perlen reicht von weiß, creme, rosé über blau und grün bis schwarz. Ein zusätzlicher Farbschimmer um die Hauptfarbe herum wird als „Überfarbe“ bezeichnet.

58. Kulturperle

Auf dem 1. Juwelierkongress in Amsterdam in 1926 wurden Zuchtperlen erstmals als Schmuck mit der Bezeichnung „Perles Cultivées“ anerkannt.
Eine Handelsname der sich in der deutschen Sprache als Kulturperle festgesetzt hat und heute noch besonders in der Schweiz gebräuchlich ist.

59. La Peregrina (die Pilgerin)

Eine berühmte Perle die um 1510 wahrscheinlich bei den Islas de las Perlas an der Pazifikküste Panamas gefunden wurde. Die tropfenförmige Perle wiegt 203,8 Grains (ca. 10,2 g). Der Legende nach entdeckte sie der spanische Eroberer Balboa dort bei einem Sklaven. Er beschlagnahmte die Perle und schenkte dem Sklaven die Freiheit. So gelangte "La Peregrina" an den spanischen Hof und wurde 1513 Teil des spanischen Kronschatzes. Der spanische König Philipp II. macht sie im Jahre 1556 seiner zweiten Frau Mary Tudor zum Hochzeitsgeschenk. Danach wanderte die Perle durch verschiedene europäische  Königshäuser. Seit ca. 1805 befand sich die Perle dann im Besitz der Familie Bonaparte. Louis Napoleon, der spätere Kaiser Napoleon III, verkauft sie nach seiner Flucht aus Frankreich, im Jahre 1873 an den Duke of Abercorn. In dessen Familienbesitz verblieb die Perle, bis sie im Jahre 1969 bei Sotheby’s in London von dem britischen Schauspieler Richard Burton für US $ 37.000 ersteigert wurde. Er schenkte die Perle daraufhin seiner Frau Elizabeth Taylor zum Valentinstag. Später wurde die Perle bei Cartier noch in ein Collier gefasst.

60. La Regente

La Regente ist mit 337 Grains = 16,85 gr. eine der größten und aktuell die teuerste Perle der Welt.  2005 erreichte sie auf einer Auktion einen Wert von € 2,1 Mio. Ihre wechselvolle Geschichte begann als Napoleon I. die Perle seiner zweiten Frau zur Geburt seines Sohnes schenkte. Später gehörte die Perle zum französischen Kronschatz und wurde 1887 vom Juwelier Fabergé ersteigert, der die Perle an die russische Perlensammlerin Fürstin Jussupow weiterverkaufte. La Regente war eine der Juwelen die ihr Sohn, Fürst Felix, 1918 bei seiner Flucht aus Russland retten konnte.

61. Linné (Carl von Linnè)

War ein schwedischer Naturforscher, der mit der binominalen Nomenklatur die Grundlagen der modernen botanischen und zoologischen Taxonomie schuf.

Er lebte von 1707 – 1778, unternahm viele wissenschaftliche Reisen in Europa und war Mitglied zahlreicher wissenschaftlicher Akademien und Gelehrtengesell-schaften. 1758 erarbeitete er die Klassifikation der Muscheln (Bivalvia).

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62. Lüster

Besonders wichtig bei der Beurteilung von Perlen ist deren Glanz, der auch als Perlmuttglanz, Perlglanz oder Lüster bezeichnet wird. Damit wird der seidige, regenbogenfarbige Glanz der Perlen bezeichnet.

Dieser Glanz resultiert aus einer Mehrzahl von Perlmuttschichten, die an der Oberfläche der Perle Licht reflektieren und der Perle Brillanz und Schein geben. Der Lüster bemisst also die Brillanz und Reflektion einer Perle. Große Perlen haben ein dickeres Perlmutt, ein stärkeres Lüster und sind damit auch qualitativ wertvoller.

Bei der Beurteilung des Lüsters wird darauf geachtet, wie stark das Licht von einer externen Lichtquelle aus sich zur Mitte der Perle hin entwickelt und von dort heraus sich wieder nach außen reflektiert. Der Lüster ist die feine Mischung der Regenbogenfarben, die über der Perle zu schweben scheint.

Die Stärke des Lüsters wird bestimmt durch:

  • die Dicke der Perlmuttschicht
  • die Struktur, Größe und Transparenz der Kristalle, die diese Schicht ausmachen
  • die Regelmäßigkeit im Aufbau der einzelnen Perlmuttschichten
  • die Gesundheit der Muschel

Bei häufiger Klassifizierung sollte man immer die gleiche Lichtquelle verwenden.

Das GIA (Gemological Institute of America) hat folgende Werteskala  aufgestellt:

  • Stark glänzend
  • Glänzend
  • Hoch
  • Mittel (die häufigste Klassifizierung)
  • Etwas Matt (sehr dünne Perlmuttschicht)
  • Matt

Zur Beurteilung von Farbe und Lüster sollte man die Perle nur bei Tageslicht betrachten, niemals bei künstlichem Licht, auch sollte man sie auf eine neutrale graue Unterlage legen, niemals auf eine weiße oder schwarze.

63. Mabe-Perlen

Werden auch als Zuchtschalen- oder Zuchtblisterperlen bezeichnet. Diese Bezeichnungen sind auf das besondere Zuchtverfahren der Mabe-Perlen zurückzuführen, welches sich in China bis ins 13. Jahrhundert zurückverfolgen lässt.

perlenlexikon_drei Im Unterschied zu den runden Zuchtperlen, welche sich in der Mitte der Muschel im Bindegewebe entwickeln, werden zur Entstehung von Mabe-Perlen kleine Halbkugeln aus Ton oder Perlmutt zwischen Schale und Mantel eingesetzt. Nach kurzer Zeit sind die eingesetzten Kerne mit einer feinen Schicht aus Perlsubstanz überzogen und an der Schale festgewachsen.

Diese sich jetzt entwickelnden Perlen müssen dann in der Muschel noch weitere 6-12 Monate verbleiben bis sich um den jeweiligen Kern herum eine feste Perlmuttschicht von ca. 0,7-1,5 mm gebildet hat.

Dann werden die halbrunden Perlen aus der Muschel herausgeschnitten. Die flache Unterseite der Perle wird danach entweder mit einem Perlmuttstückchen bedeckt und so in einer Halbkugelform belassen oder mit einer Schicht aus Perlmutt zu einer vollrunden Kugel ergänzt.

Solange sich die halbrunde Perle noch in der Muschel befindet, wird sie "Blister" (englisch für Hautblase) oder auf Deutsch „Bläschenperle“ genannt.

Mabe-Perlen zeigen mehrheitlich eine weiße oder cremefarbene Körperfarbe, es werden aber auch schwarze Mabe-Perlen gezüchtet. Die Oberfläche ist zumeist makellos. Mabe-Perlen haben einen starken Glanz.

Während die meisten Zuchtperlen einen Durchmesser von 4 bis 12 mm erreichen, decken die Mabe-Perlen in der Schmuckherstellung den Bereich der großen Perlen ab, denn sie werden bevorzugt mit Größen von 10 bis 20 mm gezogen. Teilweise erreichten Mabe-Perlen auch schon einen Durchmesser von 25 mm. Wegen ihrer besonderen Form und ihrer Größe werden fertige Mabe-Perlen meist für die Herstellung von Damenringen, Halskettenanhängern und Ohrschmuck verwendet.

Mabe ist der japanische Name für eine bestimmte Rasse der Muschel Pinctada Margaritifera, welche sich sehr gut für die Zucht von Schalenperlen, aber nicht zur Zucht von Vollperlen, eignet. Im internationalen Handel wird diese Muschelart auch als „Blacked Winged Oyster“ oder „Black Butterfly“ bezeichnet.

Mabe-Perlen werden heute zumeist in China, Japan und auf verschiedenen pazifischen Inseln gezogen.

64. Mantel der Muschel

Der Mantel ist ein Hautlappen der zwischen Schale und Muscheltier liegt. Im Mantel der Muschel wird die Perle gebildet. Der Mantel besteht aus drei Schichten: den äußeren Epithelzellen, dem Bindegewebe und den inneren Epithelzellen. Es sind die Epithelzellen des Mantels, die das Perlmutt und Conchyn produzieren, aus welchem die Perlen bestehen.

65. Matinéelänge

Eine Perlenkette mit Verlauf und einer Länge von ca. 50 - 60 cm.

66. Margaritifera margaritifera

Die Flussperlmuschel ( Miesmuschel ), Margaritifera margaritifera, wird maximal 14 cm groß. Sie bildet meist kleinere, nicht ganz runde Perlen, mit einem etwas schwächeren Lüster. Überall wo es sauberes Gewässer gibt, findet man diese Muschelart und sie lebt in vielen Flüssen und Seen auf allen Kontinenten der nördlichen Hemisphäre. Für das Wachstum einer Perle von 4 mm wird mit einer Wachstumszeit von 20 bis 25 Jahren gerechnet, für Perlen von 6-7 mm mit 40 bis 50 Jahren. Durch die Verschmutzung vieler Gewässer gibt es jedoch heute kaum noch bedeutende Vorkommen.

67. Melo Melo-Perlen

Die Melo Melo-Perle stammt nicht aus einer Auster oder Muschel, sondern aus der Melo Melo Seeschnecke. Diese lebt in den Gewässern des südchinesischen Meeres und im Golf von Bengalen. Wie Conch- und Abalone-Perlen sind Melo Melo-Perlen nicht echte Perlen, da sie nicht aus Perlmutt bestehen. Sie entstehen aber in einem ähnlichen Prozess wie Perlen, also als Reaktion auf einen Fremdkörper, der in das Schneckenhaus eindringt.

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Melo Melo-Perlen sind besonders groß und oft recht rund. Die Farben dieser Perlen reichen von beige bis dunkelbraun, wobei orange die begehrteste Farbe ist. Wie bei den Conch- und Abalone Perlen verblasst die Farbe mit der Zeit.
Melo Melo Perlen sind recht selten und Versuche sie zu züchten waren bisher nicht erfolgreich. Alle Melo Melo Perlen sind Naturperlen.

68. Miesmuscheln

Eine weltweit verbreitete Gattung der Muschel, deren bevorzugte natürliche Lebensräume Küstenregionen und Flüsse sind. Miesmuscheln werden 5 bis 10 cm lang, haben meist eine längliche Form und bestehen aus zwei Schalenhälften. Der innere Teil der Schale ist eine silberweiß glänzenden Perlmuttschicht . Die für die Perlenzucht verwendete Flussperlmuschel „Margaritifera Margaritifera“  ist auch eine Miesmuschel.

perlenlexikon_muschel 69. Mikimoto ( Kokichi Mikimoto )

Der Japaner Kokichi Mikimoto lebte von 1858 bis 1954. Mit Hilfe eines Darlehens gründete er 1888 seine erste Perlzuchtfarm in der Ago Bay und 1893 konnte er seine ersten Zuchtperlen präsentieren, welche aber noch Schalenzuchtperlen waren. 1899 eröffnete er in Tokio seinen ersten Schmuckladen. Er war nicht der Erste dem die Zucht runder Perlen gelang, aber ihm wird der Verdienst zugeschrieben 1905 die erste perfekte runde Perle produziert zu haben. Über die Jahre hinweg hat er die bekannten Perlenzuchtverfahren immer weiter entwickelt und so erst die Grundlage für die moderne Perlenindustrie in Japan, aber auch international, geschaffen. Für seine Arbeit erhielt er mehrere Patente. Mikimoto ist auch heute noch ein ganz besonderer Markenname in der Perlenindustrie.

70. Mohs´sche Härte (Ritzhärte)

Harte Stoffe ritzen weiche Stoffe. Diese Erkenntnis ist Grundlage der Härteprüfung nach dem Wiener Geologen Friedrich Mohs (1773–1839), die vornehmlich in der Mineralogie zum Einsatz kommt.

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Mohs ritzte verschiedene Minerale gegeneinander und ordnete sie so nach ihrer Härte. Durch das exemplarische Zuordnen von Zahlenwerten für weit verbreitete und somit leicht zugängliche Minerale entstand eine Ordnungsskala, die Mohs-Skala. Sie geht von 1 (ritzt nicht) bis 10 (nicht ritzbar) und ist in der Mineralogie und Geologie bis heute noch in weitem Gebrauch.

Nachstehend die Basistabelle der Mohs´schen Härten:

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Auf der Mohs´schen Ritzhärtetabelle werden Perlen mit einem Wert von 3,5 bis 4,5 geführt.

71. Mollusken

Die Mollusken (Mollusca) oder Weichtiere(lat. mollis = weich) bilden einen arten- und formenreichen Tierstamm innerhalb der Gewebetiere (Eumetazoa) und kommen im Meer, auf dem Festland und in Binnengewässer vor. Die Mollusken werden in acht Klassen eingeteilt. Muscheln und Schnecken gehören zu der Unterklasse der Schalenweichtiere (Conchifera).

72. Momme

Eine alte japanische Gewichtseinheit, die mit der Einführung des metrischen Systems verschwunden ist. Sie wird heute nur noch im Perlenhandel angewandt und bei den großen japanischen Perlenauktionen wird der Minimumverkaufspreis eines Lots immer pro Momme ausgerufen. Eine Momme sind 3,75 gr. oder 18,75 metrische Karat.

73. Muscheln

Muscheln gehören zu der Art der Mollusken und dort zu der Unterklasse der Weichtiere. Es gibt etwa 10.000 verschiedene Arten von Muscheln, die sowohl in Salz- als auch in Süßwasser leben. Muscheln werden nicht nur zur Perlenzucht genutzt, sondern sind auch Nahrungsmittel. Darüber hinaus wurde früher die Kaurimuschel als Zahlungsmittel (Muschelgeld) verwendet.

74. Naturperlen

Grundsätzlich gilt, dass als Naturperlen nur solche Perlen bezeichnet werden dürfen, welche in der Natur ohne menschlichen Eingriff entstanden sind. Naturperlen entstehen im Salzwasser der Weltmeere als auch im Süßwasser von Flüssen und Seen. Über Jahrhunderte hinweg war die Perltaucherei im Persischen Golf und dem Rote Meer, in Japan, China und Indien, ein wichtiger traditioneller Wirtschaftszweig. Auch die Gewinnung von Flussperlmuscheln in Mitteleuropa hatte einen besonderen Rang. Aber durch die mengenmäßig viel größere Produktion von Zuchtperlen als auch der Vernichtung der natürlichen Muschelbänke durch Umweltverschmutzung, gibt es heute kaum noch eine nennenswerte Gewinnung von Naturperlen.

75. Oberflächenbeschaffenheit

Bei der Beurteilung der Oberfläche kommt es besonders darauf an, wie viele Unregelmäßigkeiten vorhanden sind, welche Art und wie gut sichtbar sie sind.

Nur wenige Perlen sind vollkommen makellos. Die meisten weisen ein oder mehrere Wachstumsmerkmale auf. Das können sein: Vertiefungen, Spalten, Erhebungen, Risse, Rillen, Splitter, Flecken, Falten, Abflachungen und glanzlose Stellen. Diese entstehen während der Wachstumszeit der Perle z.B. durch Verschmutzungen, Temperaturschwankungen, ungenügende Nahrungszufuhr für das Muscheltier oder durch winzige Eindringlinge.

Im Idealfall ist die Perlenoberfläche glatt, makellos und glänzend und zeigt nur kleinste oder keine Unregelmäßigkeiten. Es gilt: Je weniger Wachstumsmerkmale eine Perle aufweist, desto wertvoller ist sie. Bei der Bewertung der Oberfläche wird daher besonders untersucht in wie weit durch die Unregelmäßigkeiten der sichtbare Gesamteindruck und die Haltbarkeit einer Perle beeinträchtigt wird.

76. Opera (Opernlänge)

Eine Perlenkette mit Verlauf und einer Länge von ca. 80 - 90 cm. Sie sollte bis unter die Büsten reichen.

77. Orient

Die Hauptfarbe einer Perle heißt „Körperfarbe“, sie ist die Farbe die wir beim ersten Blick als die eigentliche Farbe einer Perle empfinden. Ein zusätzlicher Farbschimmer um der Hauptfarbe herum wird als „Überfarbe“ bezeichnet, dieser ist meist rosé, rosa oder grünlich, selten bläulich und gibt der Perle eine andere Farbvariation. Zum Beispiel kann eine Perle weiß erscheinen, aber bei näherer Betrachtung sieht man die roséfarbene Schattierung. Weißt eine Perle zwei Überfarben auf die sich verbinden, nennt man das Farbspiel „Orient“.

78. Orientperlen

Naturperlen wurden früher als Orientperlen bezeichnet. Eine veralteter Handelsname der von der Herkunft der Perlen, mehrheitlich aus dem Persischen Golf und dem roten Meer, abgeleitet war.

79. Perlenbildung

Perlen bilden sich auf natürlichem Weg im Inneren von Salz- und Süßwasser-Weichtieren. Das können Muscheln oder Austern sein.

Der Grund für die Entstehung einer Perle ist ein winziger Fremdkörper, z. B. ein Steinchen oder ein Holzstückchen, der die obere Bindegewebsschicht der Muschel verletzt hat und in das Innere der Muschel zwischen Schale und Mantel gelangt ist.

Die daraufhin einsetzende Perlbindung kann in drei Phasen eingeteilt werden:

Phase 1: Die äußeren Epithelzellen des Mantels werden durch den Fremdkörper eingedrückt und es entsteht eine Vertiefung die sich immer mehr in das Bindegewebe des Mantels hinein vergrößert.

Phase 2: Die Muschel umschließt langsam mit ihrem äußeren Mantelepithel den Fremdkörper und bildet einen Perlsack ( Epithelsack ) um diesen herum.

Phase 3: Der Perlsack wird von den äußeren Epithelzellen des Mantels getrennt und in das Bindegewebe hinein isoliert, gleichzeitig wird eine Schutzschicht aus Perlmuttsubstanz (Calcium-Carbonat, woraus auch die Muschelschale besteht) mit mehreren Lagen um den Fremdkörper herum gebildet. Das Ergebnis dieser Ummantelung ist eine, dem Fremdkörper entsprechend geformte und perlmutt-schimmernde Perle.

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Perfekt runde Naturperlen kommen daher nur äußerst selten vor.

80. Perlenbörsen

Die Jahresernten werden auf monatlichen Auktionen der großen japanischen Perlenbörsen in Ise (an der Ago Bay), Kobe und Atami (in der Nähe von Tokio) verkauft. Die Perlenbörse in Kobe gibt es seit 1930.

81. Perlenernte

Die Ernte von Zuchtperlen findet jährlich im Winter statt. Geerntet wird von Dezember bis Februar. Nur etwa 40% der Ernte erreichen eine Qualität, welche zur Schmuckverarbeitung geeignet ist. Nach der Auswahl und Vorklassifizierung werden die Perlen von den Züchtern an die großen Börsen zu den monatlichen Auktionen gebracht.

82. Perlenkern

Die Kerne für Zuchtperlen werden meist aus Süßwasserperlmutt hergestellt. Das Perlmutt dieser Schalen ist von rein weißer Farbe, hat kaum Lüster und ein spezifisches Gewicht, welches dem der natürlichen Perlmuttproduktion vieler Muscheln und Austern entspricht. Die Schalen werden erst in Würfel geschnitten und dann später rund gerieben. Die Kerngrößen sind genormt und liegen zwischen 1,2 mm und 6,6 mm. Die Abstände zwischen den Größen beträgt immer 0,3 mm. Es gibt jedoch auch Sondergrößen bis max. 10 mm.

83. Perlenzucht

Im Gegensatz zu Naturperlen, die meist durch Perlentaucher auf großen Muschelbänken eingesammelt werden, ist die Perlenzucht ein handwerklicher Vorgang bei dem der natürliche Bildungsprozess von Perlen künstlich in Gang gesetzt wird.

Die Zucht jeder Perle beginnt mit einem operativen Eingriff, bei dem in eine perlbildende Muschelart ein oder mehrere Perlmuttkerne zusammen mit einem Stück Mantelgewebe einer kräftigen und gesunden Gebermuschel, implantiert werden.

Perlenzucht wird in chinesischen Schriften schon im 13. Jahrhundert erwähnt, aber die bekannten modernen Verfahren wurden in Japan erst ab 1893 entwickelt.

84. Perles cultivées

Auf dem 1. Juwelierkongress in Amsterdam in 1926 wurden Zuchtperlen erstmals als Schmuck mit der Bezeichnung „Perles Cultivées“ anerkannt.
Ein Handelsname der sich in der deutschen Sprache als Kulturperle festgesetzt hat und heute noch besonders in der Schweiz gebräuchlich ist.

85. Perles de nacre

Eine veraltete Bezeichnung für Blister- und Schalenperlen. Übersetzt heißt „Perles de Nacre“ Perlmuttperle, da das fehlende Kugelsegment der Schalenperle mit einem  Perlmuttstück ergänzt wird.

86. Perlmutt (Perlmutter)

Perlen bestehen zu ca. 92% aus Perlmutt. Perlmutt ist ein Biomineral und so besteht auch die innere Schalenschicht von Muscheln aus dem glänzenden Perlmutt

Das Perlmutt setzt sich aus flachen Aragonitplättchen von winziger Größe zusammen. Ihre Dicke beträgt ca. 0,0005 mm und der Durchmesser ca. 0,01 mm. Sie sind sechseckig geformt. Die Plättchen sind in Lagen übereinander versetzt angeordnet und werden durch einen Conchynfilm zusammengehalten. Sie sind zusammen mit dem Conchyn verantwortlich für den Glanz des Perlmutt.

Perlmutt wird durch die Epithelzellen einen Teil des Mantels von Perlmuscheln produziert. Sie sind es, die einen Eindringling ummanteln und isolieren und dabei gleichzeitig Perlmutt und Conchyn produzieren und so erst eine Perle entstehen lassen.

Die Dicke und Qualität der Perlmuttschichten bestimmt die Lebensdauer einer Perle. Ein starker Glanz (Lüster) bedeutet für gewöhnlich, dass die Perle stark und haltbar ist.

Perlmutter ist eine alte Bezeichnung für Perlmutt.

87. Perlglanz

Der Perglanz ist eine andere Bezeichnung für Lüster.

88. Perlsack

Beim Prozess der Perlbildung ist es der Perlsack (Epithelsack) der sich erst um den Eindringling herum bildet, sich dann von den äußeren Epithelzellen des Mantels trennt und zuletzt, mit dem nun eingeschlossenen Fremdkörper, in das Bindegewebe hinein wandert. Die Epithelzellen des Perlsacks produzieren dabei eine Schutzschicht aus Perlmuttsubstanz und Conchyn in mehreren Lagen um den Fremdkörper herum. Das Ergebnis dieser Ummantelung ist eine Perle.

89. Perlsieb

Das Sortieren von Perlen nach Größen erfolgt mit dem Perlsieb. Beim sieben fallen durch das Sieb immer nur die Perlen einer bestimmten Größe und kleiner. Folglich werden in das Perlsieb nacheinander unterschiedliche Siebgrößen eingesetzt. Der Siebvorgang beginnt zunächst mit der kleinsten Größe und wird danach mit den folgenden Größen fortsetzt bis am Ende alle Größen durchgesiebt sind.

90. Pflege von Perlen

Perlen sind Naturprodukte und benötigen daher eine sorgfältigere Pflege als etwa Edelsteinschmuck. Perlen altern und sie sind auf Grund ihrer chemischen Zusammensetzung sehr empfindlich gegenüber chemischen und mechanischen Einflüssen.

Parfüms, Kosmetika, Deodorants, Haarspray und andere chemische Substanzen greifen die Perlen an und lagern sich kaum entfernbar auf den Oberflächen ab.
Perlenschmuck sollte deshalb gesondert aufbewahrt und regelmäßig gereinigt werden.

91. Pinctada

Perlen entstehen hauptsächlich in Muscheln und es gibt etwa 10.000 verschiedene Arten von Muscheln. Perlen von guter Qualität bilden sich aber nur in der Muschelgattung „Pinctada“. Diese Gattung gibt es in mehreren Arten und sie tritt in allen Ozeanen und in Binnengewässern auf. Ein veralteter Name für diese Muschelart ist „Pteriidae“ der noch vereinzelt bei verschiedenen Arten verwendet wird. Neben den Pinctaden haben andere Muschelarten kaum Bedeutung bei der Perlbildung.

92. Pinctada Margaritifera

Diese Muschel ist an der Ostküste Afrikas, dem Roten Meer, im Persischen Golf, im Indischen Ozean als auch im westlichen und mittleren pazifischen Raum beheimatet. Es handelt sich bei dieser Art um eine Gruppe ähnlicher, jedoch leicht unterschiedlicher Muscheln.
So wird zum Beispiel die „Schwarzlippige Perlauster“ (Black lipped Oyster) aus dem polynesischen Raum, aus der die Tahitiperle gewonnen wird, als Pinctada margaritifera cumingi eingeordnet.

93. Pinctada Martensii

Diese Muschel kommt hauptsächlich in den Gewässern der südlichen Inseln Japans vor. Die bis zu 9 cm groß werdende Pinctada martensii, wird auch als Akoya (jap.: ako = mein Kind, ya = zeigt die Zuneigung) bezeichnet. Die Perlen dieser Muschel erreichen eine Größe von bis zu 11 mm. Sie werden in Japan seit etwa 100 Jahren zur Perlgewinnung gezüchtet, in China seit 1980.

94. Pinctada Maxima

Bei dieser Perlmuschelart handelt es sich um eine außerordentlich große Muschel. Sie kann über 5 kg wiegen. Sie kommt im östlichen Indischen Ozean bis hin zum tropischen westlichen Pazifik vor. Diese Muschelart ist besonders gut zur Zucht geeigneten. Die Perlen können bis 20 mm groß werden.

95. Plombieren

Beim Plombieren wird eine beschädigte oder erweiterte Bohrung der Perle zuerst mit einer Plombe aus kalkigem Material verschlossen und dann das Bohrloch neu angebohrt.

96. Princess

Für Halsketten haben sich im Laufe der Zeit bestimmte Handelsbezeichnungen entwickelt. Ein Princess im handelsüblichen Sinn, ist eine Kette mit einer Länge zwischen 45 und 50 cm. Collier ist die Bezeichnung für eine Perlenketten der gleichen Länge aber mit Verlauf.

97. Queenslänge

Eine Perlenkette mit Verlauf und einer Länge von ca. 60 - 80 cm. Eine Länge die früher oft von europäischen Königshäusern bevorzugt wurde.

98. Rope

Sie ist die längste aller Ketten und wird sowohl doppelreihig, als auch geknotet getragen. Solche Ketten können auch mehrere Verschlüsse haben, sie werden in Längen von 120-200 cm gefertigt.

99. Sautoir

Eine Perlenkette von ca. 90-120 cm Länge und Verlauf. Der Name ist vom französischen „sauter“ = springen abgeleitet und deutet darauf hin, dass eine solche Perlenkette ein- oder mehrfach um den Hals gelegt werden kann.

100. Schalen- oder Blisterperlen

Werden auch als Zuchtschalen- oder Zuchtblisterperlen bezeichnet.

Diese Bezeichnungen sind auf das besondere Zuchtverfahren zurückzuführen. Im Unterschied zu den meisten Zuchtperlen, welche sich in der Mitte einer Muschel im Bindegewebe entwickeln, werden zur Entstehung von Blister- oder Schalenperlen kleine Halbkugeln aus Ton oder Perlmutt zwischen Schale und Mantel eingesetzt. Nach kurzer Zeit sind die eingesetzten Kerne mit einer feinen Schicht aus Perlsubstanz überzogen und an der Schale festgewachsen. So wächst eine halbrunde Perle heran. Nach dem Herausschneiden wird die flache Unterseite der Perle entweder mit einem Perlmuttstückchen bedeckt, in der Halbkugelform belassen oder mit einer Schicht aus Perlmutt zu einer vollrunden Kugeln ergänzt. Solange sich die halbrunde Perle noch in der Muschel befindet, wird sie "Blister" (englisch für Hautblase) oder auf Deutsch „Bläschenperle“ genannt. Die bekanntesten Blister- oder Schalenperlen im Handel sind die Mabe-Perlen.

101. Seeschnecken

Als Meeres- oder Seeschnecken werden jene Familien und Arten von Schnecken bezeichnet, die im Meer leben. Durch das salzhaltige Wasser haben sie teilweise eine von Süßwasser- und Landschnecken unterschiedliche Biochemie. Manche Formen können äußerlich auch wie Muscheln aussehen. In einigen wenigen Seeschnecken kann es auch zu Perlenbildungen kommen, z. B. die Abalone- und Conch-Perlen stammen aus Seeschnecken. Wegen des fehlenden Perlmutts, sind Perlen aus Seeschnecken meist glanzlos und sie entwickeln sich in barocke Formen.

102. Spezifisches Gewicht

Die chemische Zusammensetzung von Naturperlen hat folgende Bestandteile:
92% Perlmutt, 4% Conchyn, 4% Wasser.
Das spezifische Gewicht liegt je nach Verteilung der Bestandteile zwischen 2,60 und 2,74. (Gramm pro Kubikzentimeter). Da der eingesetzte Kern der meisten Zuchtperlen auch aus Perlmutt besteht, gibt es zwischen Natur- und Zuchtperlen grundsätzlich keinen Unterschied beim spezifischen Gewicht.

103. Südsee-Perlen

Nachdem sich in Japan eine erfolgreiche Zucht von Perlen etabliert hatte, wurden noch vor dem 2. Weltkrieg erste Versuche unternommen, auch in den tropischen Gewässern des Pazifiks und des südchinesichen Meers Perlzuchtfarmen aufzubauen. Seit etwa 1960 werden wirtschaftlich erfolgreich, Perlen in Nord-Australien, Indonesien und den Philippinen gezüchtet.

Da die Japaner alle Perlen, die in den südlich von Japan gelegenen Meeren gezüchtet werden als Südsee-Perlen bezeichneten, hat sich diese Begrifflichkeit im Lauf der Zeit im Handel fest etabliert.

Südsee-Perlen sind entweder weiß oder schwarz mit silbernem Schimmer. Wegen ihrer Größe, ihres hohen Lüsters und der Empfindlichkeit der Auster während der Zucht, sind diese Perlen selten und relativ teuer.

Die durchschnittliche Größe der Perlen liegt bei 11-13 mm. Es wurden aber auch schon Perlen mit einer Größe von 20 mm gefunden.

104. Süßwasser-Perlen

Diese Perlen werden in Muscheln der Flüsse und Seen gezüchtet. Die meisten Süßwasser-Perlen (99%) kommen heute aus China, dabei handelt es sich um kernlose Zuchtperlen die meist rund oder reisförmig bis barock sind. Die Jahresproduktion wird aktuell auf etwa 2.000 to geschätzt.

Die chinesischen Süßwasser-Perlen unterscheiden sich im Vergleich zu anderen Zuchtperlen erheblich im Wert und Aufbau. Die drei wichtigsten Unterschiede liegen im Zuchtprozess, dem Kern und in der Perlenform.
In die chinesischen Süßwasser-Perlen wird nur ein kleines Gewebestückchen eingesetzt, im Gegensatz zum Zuchtverfahren der meisten anderen Perlenarten, wo eine winzige Perlmuttperle und zusätzlich ein Gewebeteilchen in das Mantelgewebe implantiert werden.

perlenlexikon_perlenhaufen2 Das Resultat ist eine Süßwasser-Perle, die aus solidem Perlmutt besteht, da sich während des Wachstumsprozesses das Gewebeteilchen auflöst oder ausgestoßen wird.

Süßwasserperlen werden im Mantelgewebe gezüchtet, das sich auf jeder Hälfte der Auster befindet. Je nach Auster ist die Fläche des Mantelgewebes so groß, dass bis zu 25 Implantate auf jeder Seite vorgenommen werden können, also bis zu 50 pro Perlauster.

Süßwasser-Perlen sind auch viel leichter zu züchten und die Sterberate der dafür verwendeten Austern ist deutlich niedriger, als bei anderen Zuchtperlen.

105. Tahiti-Perlen

1962 wurden in französischen Polynesien die ersten Perlzuchtfarmen angelegt und schon 1965 konnten die ersten schwarzen Perlen, einige bis zu einem Durchmesser von 15 mm, geerntet werden.

Die Tahiti-Perle wird oft als schwarze Perle bezeichnet, doch in Wirklichkeit zeigen die Perlen die verschiedensten Farben von silbergrau, bronzefarben, grüngrau, aubergine, gelbgrün bis blaugrün und eben auch öfters schwarz.

Gezüchtet werden diese Perlen in Französisch Polynesien, aber nicht auf Tahiti selbst, sondern auf den Perlzuchtfarmen in den Korallenriffen der geschützten Lagunen auf den Gambier Inseln oder dem Tuamotu Archipel.

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Die natürliche schwarze Farbe mancher Tahiti-Perlen stammt von der schwarzlippigen Perlauster, der“ Pinctada-Margaritifera“. Diese Austern leben in den vulkanischen Atolls von französisch Polynesien unter den idealen Bedingungen eines nährstoffreichem Ozeanwassers und der warmen Umgebungstemperatur des Schlammbodens. Diese Austern sind extrem empfindlich im Zuchtprozess und dies macht die Tahiti-Perle selten und teuer. Im Durchschnitt sind sie kleiner als Südsee-Perlen, aber größer als Akoya-Perlen. Sie werden meist in Größen zwischen 8 und 16 Millimeter Durchmesser gezogen.

106. Tavernier (Jean Baptiste Tavernier)

Jean-Baptiste Tavernier wurde 1605 in Paris geboren und starb 1689 in Moskau. Er war ein Händler und Reisender der sechs große Reisen in die Türkei, Persien und Indien machte. Von dort brachte er eine große Menge an Diamanten und Perlen mit nach Europa. Einige Diamanten, die Tavernier aus Indien mitgebracht hatte, sollten später berühmt werden, unter anderem der Koh-i-Noor und der Hope-Diamant. Tavernier stieg an den europäischen Königshöfen zum angesehensten Diamantenexperten und -händler seiner Zeit auf. Eine von ihm aufgestellte Regel war das erste Bewertungssystem für Perlen, Perlenpaare und Perlenschnüre.

107. Überfarbe

Austern und Muscheln sind natürliche Lebewesen und produzieren Perlen in allen möglichen Farbvariationen, wobei Perlen die Besonderheit aufweisen, dass sie je nach Betrachtungsweise auch zwei Farben haben können. Wenn man eine Perle in einem besonderen weichen Licht betrachtet sind die zwei Farben leicht zu unterscheiden.

Die Hauptfarbe einer Perle heißt „Körperfarbe“, sie ist die Farbe die beim ersten Blick als die eigentliche Farbe einer Perle empfunden wird. Ein zusätzlicher Farbschimmer um die Hauptfarbe herum wird als „Überfarbe“ bezeichnet, dieser ist meist rosé, rosa oder grünlich, selten bläulich und gibt der Perle eine andere Farbvariation. Zum Beispiel kann eine Perle weiß erscheinen, aber bei näherer Betrachtung sieht man die roséfarbene Schattierung. Die Körperfarbe der Perle trägt dann die Bezeichnung weiß-rosé. Weist eine Perle zwei Überfarben auf die sich verbinden, nennt man das Farbspiel „Orient“.

108. Verlauf (Kette mit Verlauf)

Eine Kette hat einen „Verlauf“ wenn die Mittel- oder Zentralperlen einen wesentlich größeren Durchmesser haben als die Endperlen.

109. Wachstum von Perlen

Das Perlenwachstum, d.h. die Bildung von Perlmutt um den eingesetzten Kern herum, liegt je nach Muschelart zwischen 0,3 und maximal 3,0 mm pro Jahr. Je nach Zuchtverfahren, werden die Perlen zwischen 1-6 Jahren geerntet.

110. Weltmarkt des Perlenhandels

Als Teilmarkt innerhalb des gesamten internationalen Schmuckhandels beträgt der Anteil des Perlengeschäfts ca. 5 bis 10%.

Der weltweite Einzelhandelsumsatz mit Perlenschmuck wird auf jährlich ca. € 5 Mrd. geschätzt, wobei mehr als 70% aller Perlen zu Halsketten verarbeitet werden. Die Jahresproduktion von Perlen aller Art wird auf 2.500 Tonnen geschätzt.

111. Zhuji

Mit einer Jahresproduktion von ca. 1.150 Tonnen Süßwasserperlen ist Zhuji (ausgesprochen Schuhchi ), ca. 160 Kilometer südwestlich von Schanghai in der Provinz Zhejiang gelegen, das weltweit größte Zentrum für die Aufzucht von Süßwasserperlen, mit einem aktuellen Marktanteil von 73%.

Dort werden auf einer riesigen Fläche tausende von Zuchtfarmen als Familienbetriebe geführt, die übergeordnet in staatlichen Genossenschaften organisiert sind.

Der Zhuji Pearls Market in Shan Xia Hu hat einen  Fläche von 1,2 Millionen Quadratmeter und 2.380 Geschäfte bieten dort sowohl Perlen als auch fertigen Perlenschmuck an.

112. Zuchtgebiete

Bei den Zuchtgebieten wird unterschieden in Perlzucht in Binnengewässern und im Meerwasser.

Eine wirtschaftlich nennenswerte Süßwasserperlzucht gibt es nur noch in China. Daneben gibt es die Raritäten aus dem Biwa- und dem Kasumigarura See in Japan, welche aber zusammen nur 1% der Gesamtproduktion von Süßwasserperlen ausmachen.

Die Hauptanteile im Weltmarkt für Zuchtperlen von Meerwasserfarmen verteilen sich auf folgende Länder bzw. Regionen:

  • Japan
  • China
  • Indonesien
  • Philippinen
  • Australien
  • Französisch Polynesien

Natürlich gibt es noch weitere Länder in denen Perlenzucht betrieben wird. Diese haben aber nur geringe Weltmarktanteile.

 113. Zuchtperlen

Als Zuchtperlen werden solche bezeichnet, die, im Gegensatz zu Naturperlen, erst durch einen menschlichen Eingriff entstanden sind.

Nach ihrer Herkunft bzw. dem Zuchtverfahren wird im Handel wie folgt unterschieden: perlenlexikon_tabelle9

Neben den aufgeführten Ländern, gibt es weitere Regionen in denen Perlenzucht betrieben wird, deren Produktionen sind aber im Markt nur als Raritäten relevant.

114. Zuchtverfahren

Grundsätzlich kann man in drei Zuchtverfahren unterscheiden:

  • Kernlos
  • Einsetzen des Kerns zwischen Mantel und Schale
  • Einsetzen des Kerns in das Gewebe des Mantels

Beim kernlosen Verfahren wird nur ein kleines Gewebestückchen in das Gewebe des Mantels eingesetzt, dieser löst sich währen des Wachstumsprozesses auf oder wird von der Perlauster ausgestoßen.

Blister- oder Schalenzuchtperlen werden gezüchtet, indem kleine Halbkugeln aus Ton oder Perlmutt zwischen Schale und Mantel eingesetzt werden. Nach kurzer Zeit sind die eingesetzten Kerne mit einer feinen Schicht aus Perlsubstanz überzogen und sind an der Schale festgewachsen. So wächst eine halbrunde Perle heran. (Mabe-Perlen)

Das Zuchtverfahren der meisten bekannten Perlenarten (Akoya-Perlen, Südsee-Perlen, Tahiti-Perlen) ist es, eine winzige Perlmuttperle und zusätzlich ein Gewebeteilchen in das Mantelgewebe zu implantieren.

Erklärung:

Bei allen Inhalten dieses Perlen-Lexikons handelt es sich um Wissen der Allgemeinbildung. Wir haben die Daten, Fakten und Informationen sorgfältig zusammengetragen und dabei auch auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Quellen in verschiedenen Sprachen zurückgegriffen. Es wurde aber darauf verzichtet Quellenangaben zu nennen und ein Literaturverzeichnis zu erstellen, da keine Urheberrechte erkannt bzw. zugeordnet werden konnten.

Die zur besseren Illustration der Wissensinhalte notwendigen Grafiken, Tabellen, und Fotos wurden von uns zum Teil selbst erstellt oder wurden Medien entnommen deren Inhalte als frei verfügbar und lizenzfrei gelten und die für deren Weiterverwendung keine Urheberrechte geltend gemacht haben.

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