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Rocarde Diamanten-Lexikon

Von Diamanten geht eine einzigartige Faszination aus. Unser Diamanten-Lexikon lädt Sie ein zu einer Wissensreise zu den vielfältigen Informationen und Geschichten rund um diesen einzigartigen Edelstein.

  1. Alles über Diamanten
  2. Geschichte
  3. Ist Schönheit messbar ?
  4. Die 4 C
  5. Carat (Karat) – das Gewicht
  6. Cut - der Schliff
  7. Der Weg des Licht eines Diamanten
  8. Schliffformen eines Diamanten
  9. Colour – die Farbe
  10. Die internationale Farbskala
  11. Clarity – die Reinheit
  12. Die Klassifizierungen
  13. Certificate – das Zertifikat (das 5.C)
  14. Karatpreise
  15. Berühmte Diamanten
  16. Fazit

Alles über Diamanten

Drei einzigartige Eigenschaften hat die Natur dem „König der Edelsteine“ gegeben. Er ist der härteste unter den Edelsteinen, er besitzt die höchste Lichtbrechung und hat eine unvergleichliche Farbstreuung.

Ein Diamant ist reiner Kohlenstoff, zählt zu den Elementen und hat das chemische Zeichen C (für Carbonium). Er entsteht wenn die Schwellenwerte von 2.000 Grad Celsius Hitze und 40.000 Atü Druck überschritten werden.

Die Farbe des Diamanten ist ein farbloses weiß, leichte Tönungen in blau, grün, gelb rosa und braun sind möglich (solche farbigen Diamanten werden auch als „Fancys“ bezeichnet). Die höchsten Werte erreichen völlig farblose Steine weil sie auch am seltensten sind. Die Mohshärte beträgt 10, dies ist der höchste Wert für die Ritzhärte von Mineralien. Das spezifische Gewicht (die Dichte) beträgt 3,47 – 3,55 (= Gramm pro Kubikzentimeter).

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Der Name des Diamanten leitet sich vermutlich von dem griechischen Wort „adamas“ der Unbezwingbare ab, begründet durch die größte messbare Härte, mit der er an der Spitze der Edelsteine steht. Der entsprechende lateinische Ausdruck lautet „diamas“,  daraus leitete sich dann die heutige Bezeichnung Diamant ab.

Wegen seiner besonderen mineralischen Qualitäten und seiner Seltenheit war der Diamant durch viele Jahrhunderte hindurch nur Königen vorbehalten und durfte bis ins 15. Jahrhundert sogar nur von Männern getragen werden.

In der Astrologie wird der Diamant als Glücksbringer eingestuft, er soll die Willenskraft und Lebensenergie seines Trägers oder Trägerin stärken.

Geschichte

Bereits im 4. Jahrtausend vor Christus wird in Indien von Diamantenfunden berichtet und schon damals wurden den Diamanten magische Kräfte zugeschrieben. Diamanten waren auch bei den antiken Griechen und Römern bekannt und waren als Talismane und Schmucksteine sehr geschätzt.

Erst im 13. Jahrhundert entdeckte man, dass sich Diamanten bearbeiten lassen. Dies wurde jedoch in Indien abgelehnt, da man annahm, dass die Steine durch den Schliff ihre magischen Kräfte verlieren würden.

Zu dieser Zeit wurden Diamanten in Europa zu Spitzsteinen bearbeitet und um etwa 1400 entwickelte sich der Dickstein-Schliff.

Seit Ende des 15. Jahrhunderts konnte man, dank der Entwicklung der Schleifscheibe durch den Flamen Lodewyk van Berken in Antwerpen, immer mehr zusätzliche Facetten beim schleifen von Diamanten anlegen und es entstand das Einfache Gut.

Um 1650 wurde der Überlieferung nach auf Anregung des französischen Kardinals Mazarin, erstmals ein Stein mit 34 Flächen (32 Facetten plus Tafel und Kalette) sowie einem gerundeten Grundriss (Rundiste) entwickelt.

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Diese Zweifache Gut oder auch Mazarin-Schliff genannte Form erhielt Ende des 17. Jahrhunderts durch den venezianischen Edelsteinschleifer Peruzzi ihre Steigerung im so genannten Dreifachen Gut oder Peruzzi-Schliff. Dieser wies bereits alle Facetten und auch ähnliche Proportionen des späteren Brillant-Schliffes auf. Aber auch beim Altschliff, dem unmittelbaren Vorläufer des modernen Brillanten, ist der kreisrunde Körper noch nicht konsequent umgesetzt.

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Dies geschah erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der heutige typische Brillantschliff entstand erst 1910 und wurde in den folgenden Jahren immer noch weiterentwickelt.

Als Normschliff gilt in Deutschland der Feinschliff-Brillant (nach Eppler, 1949).

Im 18. Jahrhundert erschöpften sich allmählich die indischen Minen als gleichzeitig durch die Portugiesen 1721 in Brasilien, im heutigen Bundesstaat Minas Gerais und später um 1759 in Bahia, Mato Grosso und Goias, Diamanten entdeckte wurden. Diese waren die ersten Funde außerhalb Asiens.

Der erste Diamant in Südafrika wurde 1866 am Oranje River in der Nähe von Hopetown gefunden. Hierbei handelte es sich um einen 21,25 ct. schweren Rohdiamanten, der später als "Star of South Africa" berühmt wurde.

Aber erst die Diamantenfunde von 1871 auf dem Gelände der Farm “Vooruitzich“ in Colesburg Kopje (seit 1873 Kimberley) die den Brüdern Johannes Nicolaas und Diederick Arnoldus De Beer gehörte löste den „New Rush“ aus, mit dem Tausende von Glücksritter in die Gegend kamen.

Nachdem sich immer mehr Diamantensucher einfach auf dem Gelände der Farm niederließen und etwa 800 Claims absteckten, verkauften die Brüder ihre Farm noch im gleichen Jahr für 6.000 Guineas an die Firma Dunell, Ebden & Co. und verließen die Gegend.

Am 16. Juli 1871 wurde auf der Gelände der "De Beers Farm" in nur 1,5 km Entfernung von den ersten Fundstellen, durch Fleetwood Rawstorne ein weiteres noch viel ergiebigeres Minenfeld, die Premier-Mine, gefunden. Sie ist die berühmteste Diamantenabbaustätte der Welt, umgangssprachlich oft als Kimberley Mine bezeichnet. Von 1871 bis zum 14. August 1914 schürften dort ca. 50.000 „Miners“ nach Diamanten. So entstand das größte je durch Menschenhand gegrabene Loch, das sogenannte „Big Hole“ mit einem Durchmesser von 460m und einer Schachtiefe von 1.097m.

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 Anfänglich durfte jeder Diamantengräber nur einen Claim besitzen, diese Bestimmung wurde aber später gelockert und ab 1880 wurden die ersten Unternehmen gegründet.

Am 13. März 1888 fusionierten dann die zwei größten Unternehmen, die „Kimberley Central Diamond Company“ welche Barney Barnato gehörte mit der „De Beers Mining Company“ von Cecil Rhodes zur „De Beers Consolidated Mines Ltd.“ Cecil Rhodes zahlte den Kaufpreis an Barney Barnato mit einen Scheck in Höhe von £ 5.338.650, bis zu diesem Zeitpunkt der höchste Scheck der Geschichte.

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Seit dieser Zeit war Südafrika lange der Hauptlieferant für den Weltmarkt und die Firma De Beers, die heute von Luxemburg aus geleitet wird, hatte  eine einzigartige Monopolstellung im internationalen Diamantenhandel inne und kontrollierte teilweise bis zu 90% des Marktes.

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Bereits im Jahr 1890, wurde das „London Diamond Syndicate“ gegründet, welches die gesamte Produktion von De Beers aufkaufte. Dieses Syndikat war die Basis, auf der Ernest Oppenheimer später die Diamond Trading Company (DTC)  entwickelte, die jahrzehntelang den gesamten Markt monopolisierte, indem dort nicht nur die eigenen Diamanten, sondern auch die zugekauften Diamanten von anderen Minengesellschaften vermarktet wurden.

Die DTC, oft auch als Central Selling Organisation bezeichnet, organisierte 10 mal im Jahr den Verkauf seiner Rohdiamanten an ca. 160 zugelassene Diamanthändler (Sightholder). Eine Besonderheit war, dass alle Zahlung in bar zu erfolgen hatten und nur 5% der zugewiesenen Lots abgelehnt werden durften.

Nach verschiedenen Kartellverfahren in Europa und den USA, hat De Beers mittlerweile den Verkauf seine Diamanten umgestellt. Der Marktanteil von De Beers beträgt heute noch etwa 35%.

Eine wichtige Rolle für den Weiterverkauf der Rohdiamanten an Händler und Juweliere spielen die internationalen Diamantbörsen in Antwerpen, New York, London, Luzern, Mailand, Paris und seit 1974 auch in Idar-Oberstein.

Antwerpen gilt weltweit als der wichtigste Handelsplatz für Diamanten mit insgesamt vier Diamantbörsen. Die älteste, gegründet 1893 ist der „Diamantclub von Antwerpen“ und die größte ist die „Beurs voor Diamanthandel“. Insgesamt sind in Antwerpen etwa 1.500 Diamantenschleifer und -händler ansässig.

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Heute werden noch rund 60 Prozent aller Rohdiamanten weltweit in Antwerpen gehandelt. Der Handel selbst wurde über Jahrhunderte hinweg von jüdischen Händlern dominiert, heute aber sind fast 75% des Handels in indischer Hand. Der jährliche Umsatz an geschliffenen und polierten Diamanten in Antwerpen wird mit ca. US$ 16 Milliarden angegeben.

In neuester Zeit gewinnt Dubai als Handelsplatz für Diamanten immer mehr an Bedeutung, insbesondere da der Handel dort steuerfrei ist.

Der Weltverband der Diamantbörsen (WDFB = World Federation of Diamond Bourses) ist der Dachverband von weltweit 29 Diamantbörsen.

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Er wurde 1947 in Antwerpen gegründet um die Interessen des Diamanthandels zu vertreten und einheitliche Handelsbedingungen für Diamant- und Edelsteinbörsen zu schaffen.

1955 wurde der erste Diamant künstlich hergestellt.

Diamanten werden fast immer in “Kimberlitgestein“ gefunden, weshalb sich die großen Konzerne bei ihrer Suche nach neuen Diamantvorkommen ganz auf die Entdeckung dieses Gesteins konzentrieren. Der Kimberlit selbst hat eine blaugrüne bis schwarze Farbe und eine recht hohe Dichte von 3,3 und 5,7 g/cm³.

Heute befinden sich die größten bekannten Diamantvorkommen in Russland und aktuell gibt es in 21 Ländern eine nennenswerte Diamantförderung, wobei ca. 65% der weltweiten Produktion aus Afrika und 3/4 aus nur 20 Mienen stammen.

in 2014 stellte sich die Länderrangfolge bei der Förderung ( in Millionen Karat ) wie folgt dar:

  1. Russland         38,3    Alrosa
  2. Botswana        24,7    Debswana
  3. Kongo             15,6     Miba
  4. Kanada           12,0     De Beers
  5. Australien         9,3     Argyle Diamonds (Rio Tinto)
  6. Angola              8,8     Endiama
  7. Südafrika          7,4     De Beers
  8. Zimbabwe         4,7     ZMDC ( Zimbabwe Mining
  9. Namibia            1,9     Namdeb

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Der jeweilige Anteil von Edelsteinqualität liegt je nach Vorkommen zwischen 5% und 85%.

Insgesamt konnten bisher weltweit Diamanten an rund 500 Fundorten und auf allen Kontinenten nachgewiesen werden. In Deutschland fand man Diamanten unter anderem am Nördlinger Ries und in der Nähe der Talsperre Saidenbach bei Forchheim.

Als Kennzahl geht man davon aus, dass ab einem Gehalt von 0,3 Karat pro Tonne Gestein (Kimberlit) eine Diamant-Mine wirtschaftlich betrieben werden kann.

Davon haben durchschnittlich nur etwa 20% der geförderten Diamanten Edelsteinqualität und werden als schleifwürdig anerkannt. Der Rest wird als Industriediamanten qualifiziert und zur Herstellung von Bohrkronen, Fräsen und Schleifscheiben verwendet.

Während 1920 die Weltproduktion von schleiffähigen Naturdiamanten noch bei ca. 3.000.000 ct lag, steigerte sie sich bis 1970 auf 45.000.000 ct.

Die Weltproduktion im Jahr 2014 lag bei 124.778.468 ct., dies entspricht 250 Tonnen und einem Produktionswert von US$ 14.495.806.402.

Kimberley-Prozess

Zu erwähnen ist auch das Problem der Blut- oder Konfliktdiamanten. Diese sind  nach Definition des Kimberley-Abkommens Diamanten, von deren Erlöse gewalttätige Konflikte finanziert werden. Sie werden in Konfliktgebieten meist illegal geschürft und verkauft, um Rebellen- oder Invasionstruppen zu finanzieren und tragen so zur Verlängerung eines Konfliktes bei. Aus der Vergangenheit sind hier in erster Linie Angola, Liberia, Sierra Leone, die Elfenbeinküste und der Kongo zu nennen.

Am 4. Mai 2000 trafen sich im südafrikanischen Kimberley Vertreter der UN, afrikanischer Regierungen, von Verbraucherländern, der DTC ( Diamond Trading Company ) und der Diamantenbranche mit dem Ziel, ein Kontrollsystem zur Unterbindung des Handels mit Konfliktdiamanten einzurichten.

Seit 2003 sind 81 Länder ( einschl.der 28 Länder der EU ) dem „Kimberley Process Certification Scheme“ beigetreten. Diese Länder haben sich verpflichtet, dass nur solche Diamanten gehandelt bzw. importiert werden dürfen, für die offizielle Herkunftszertifikate des jeweiligen Ursprungslandes vorliegen.

Es wird angenommen, dass heute der Anteil von Konfliktdiamanten im Handel weltweit unter 0,5% liegt.

Aktuell haben 7 weitere Länder die Mitgliedschaft beantragt, erfüllen aber noch nicht die Minestanforderungen. Zurzeit sind die Zentralafrikanische Republik und Venezuela suspendiert und erhalten keine KP Zertifizierungen für ihre Diamanten ( Dez. 2015 ).

 

Ist Schönheit messbar ?

Man sagt, Schönheit läge im Auge des Betrachters. Dies trifft besonders dann zu, wenn es um die individuelle Bewertung eines der kostbarsten Geschenke der Natur geht, die Schönheit eines Diamanten, seine Brillanz und sein Funkeln.

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Obwohl die Wahl Ihres Diamanten von persönlichem Empfinden und Geschmack abhängt, gibt es objektive Qualitätskriterien. Nachstehend möchten wir Ihnen das grundlegende Wissen hierzu darstellen.

Die 4 C

Vier Kriterien bestimmen den Wert eines Diamanten und damit auch seinen Preis.

  • Carat (das Gewicht, gerechnet in Carat. 1 ct = 0,2 gr.)
  • Cut (der Schliff)
  • Colour (die Farbe)
  • Clarity (die Reinheit)

Die genauen Eigenschaften und die jeweiligen Bewertungskriterien hierzu sind im Edelsteinbuch der CIBJO (Confédération Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèvreries, des Diamantes, Perles et Pierres) international verbindlich festgelegt und beschrieben.

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Keine zwei Diamanten sind gleich, selbst wenn sie dem bloßen Auge identisch erscheinen.

Man muss die 4 C und die Möglichkeiten ihrer Kombinationen kennen, um zu verstehen, warum zwei Schmucksteine gleicher Größe sehr unterschiedliche Preise haben können. Nachfolgend wird Ihnen erklärt, was die 4 C bedeuten und wie sie zur objektiven Bewertung von Diamanten eingesetzt werden.

Carat (Karat) – das Gewicht

Das Gewicht und damit auch die Größe eines Diamanten wird in Karat gemessen. Im Edelsteinhandel ist das Karat seit der Antike im Gebrauch. Wahrscheinlich leitet sich das Wort von „kuara“ das Samenkorn ab. Seit 1907 wird sowohl in Amerika als auch in Europa das metrische Karat verwendet. Ein Karat entspricht heute 200 mg = 0,2 gr.

Die Unterteilung des Karats erfolgt in Bruchzahlen (z.B. 1/10 ct) oder in Dezimalen (z.B. 1,25 ct) jeweils mit zwei Nachkommastellen. Aufrunden ist nur erlaubt, wenn die dritte Kommastelle eine 9 ist. Kleinst-Diamanten werden nach „Punkt“ (engl. „Point“) gewogen was 1/100 ct (= 0,01 ct) entspricht.

 

Um nur einen Diamanten mit einem Gewicht von 1 Karat zu gewinnen, müssen im Schnitt 250 to Gestein gefördert werden. Je größer ein Diamant ist, desto seltener ist er auch zu finden. Bedingt durch diese Tatsache entwickelt sich der Preis für einen Diamanten im Vergleich zu seinem Gewicht entsprechend überproportional. So ist einfach zu verstehen, dass ein Dreikaräter ungefähr das Siebenfache eines Einkaräters gleicher Farbe und Reinheit kostet.

Zwei Diamanten mit gleichem Karatgewicht können dennoch in ihrem Preis sehr differenzieren, denn ihre Qualität und ihr Wert richten sich nach einer Kombination aus allen 4 C.

Je nach Bewertung kann ein geschliffener Einkaräter aktuell zwischen € 1.000,- und € 21.275,- kosten.

Cut - der Schliff

Erst der wohlproportionierte Schliff verleiht dem Diamanten sein unverwechselbares Leuchten. Der Schliff ist das Kriterium, das der Mensch direkt beeinflussen kann, die anderen hat die Natur bei jedem Stein vorgegeben. Ein guter Schliff reflektiert das sprichwörtliche Feuer eines Diamanten durch richtige Proportionen und die Anordnung seiner Facetten (Flächen, die das Licht in bestimmten Winkeln reflektieren).

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Der Schliff ist entscheidend, er macht aus einem nichtssagenden Steinchen, ein Feuer sprühendes Kunstwerk. Das dem Diamant eigene „weiße Licht“ setzt sich aus den Farben des Sonnenspektrums zusammen, das bei Lichteinfall wie ein Feuerwerk funkelt.

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Die Aufgabe des Schliffs ist es, den Diamanten durch Facetten weiter zu veredeln um ihm die größtmögliche Schönheit und Ebenmäßigkeit abzugewinnen. Üblich für Diamanten ist der speziell für Diamanten entwickelte Brillantschliff, der eine optimale Reflektion des Lichts bewirkt. Er hat mindestens 32 Facetten und die Tafel im Oberteil und mindestens 24 Facetten und meistens eine Kalette, das ist eine punktförmig abgeplattete Spitze, im Unterteil.

Die Schliffgraduierung nach RAL ist die nachstehende vier Stufen unterteilt:

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Der Weg des Licht eines Diamanten

In einem geschliffenem Diamanten mit guten Proportionen wird das Licht von einer Facette zur anderen reflektiert und strahlt dann durch das Oberteil des Steines zurück.

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Ist der Schliff des Diamanten zu spitz, entweichen Lichtstrahlen durch den Unterteil des Steines. Ist der Schliff zu flach, wird der Lichtstrahl am Oberteil zurück in das Innere gebrochen und entweicht durch das Unterteil des Steines.

Schliffformen eines Diamanten

Es ist wichtig, den rein technischen Vorgang des Schleifens von der Form eines Diamanten zu unterscheiden. Die Wahl der Form unterliegt dem persönlichen Geschmack. Am häufigsten wird der runde Brillantschliff verwendet, daneben gibt es noch Smaragd-, Tropfen-, Prinzess-, Herzschliff sowie Marquise- und Navetteschliff und die Blumenschliffe, die speziell für farbige Diamanten entwickelt wurden.

Bei der Schliffgraduierung werden Schliffform, Schlifftyp, Proportionen, Symmetrie und die äußeren Merkmale berücksichtigt. Als Normschliff gilt in Deutschland der Feinschliff-Brillant (nach Eppler, 1949).

Die häufigsten Schliffformen sind:

Weltweit werden in ca. 30 Ländern Diamanten geschliffen. Die vier führenden Schleifzentren sind Antwerpen, New York, Tel Aviv und Bombay.

Colour – die Farbe

Die Farbe ist das persönlichste und subjektivste Kriterium innerhalb der 4 C, denn jeder Mensch bevorzugt andere Farbtöne. Die Farbe eines Diamanten für die Graduierung zu beurteilen heißt messen, wie nahe er der Farblosigkeit kommt.

Die seltensten und weißesten werden innerhalb der vier höchsten Stufen graduiert. Die Mehrheit der Diamanten ist jedoch weiß bis leicht gelblich getönt.

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Aber es gibt auch Diamanten mit einer kräftigen, reinen Farbe, die extrem selten sind; sie werden „Fancys oder Fancy Diamonds“ genannt und können in Grün, Rot, Rosa, Blau, Purpur, Gelb und vielen anderen Farben gefunden werden.

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Diese Diamanten werden individuell geschätzt und es existiert keine Farbgraduierung.

Die internationale Farbskala

Früher waren die Begriffe und Definitionen bei der Farbgraduierung uneinheitlich und oft verwirrend, bis sich 1970 eine internationale Übereinstimmung durchsetzte, welche heute als die „Old Terms“ bezeichnet wird.

Später wurden verbesserte Regeln erarbeitet, und aktuell gelten weltweit die Bezeichnungen des IDC (International Diamond Council), deren deutsche Entsprechungen durch die CIBJO veröffentlicht wurde.

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Clarity – die Reinheit

Die Reinheit eines Diamanten wird daran erkannt, in welchem Maße er frei ist von irgendwelchen Einschlüssen, den sogenannten Fingerabdrücken der Natur. Fast alle Diamanten zeigen Einschlüsse von nicht kristallisiertem Kohlenstoff, also des Stoffes aus dem sie entstanden sind. Oft sind die Einschlüsse mit bloßem Auge nicht zu sehen und werden erst bei vielfacher Vergrößerung erkennbar. Je reiner ein Diamant ist, desto seltener ist er auch.

Die Klassifizierungen

Je nach Institution werden folgende Bezeichnungen für die Graduierung verwendet:

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Certificate – das Zertifikat (das 5.C)

Die ehrliche und seriöse Bewertung eines Diamanten kann nur durch einen Fachmann vorgenommen werden. Deshalb wird das Zertifikat oft als das 5.C bezeichnet. Schmuck mit Diamanten ab 1,00 ct. sollten Sie nur kaufen wenn Ihr Juwelier Ihnen auch ein Zertifikat, auch Expertise genannt, von einem renommierten Prüfinstitut oder einem Anerkannten Sachverständigen mitliefern kann. Bekannte Prüfinstitute sind

  • SSEF       Schweizer Stiftung für Edelsteinforschung, Basel
  • GIA         Gemological Institute of America, New York
  • DPL         Diamant Prüflabor, Idar-Oberstein
  • DDI         Deutsches Diamant Institut, Pforzheim
  • IGI          International Gemological Institute, Antwerpen
  • HRD        Hoge Raad voor Diamant, Antwerpen

Muster von einem „ GIA Diamond Grading Report“

Anerkannte Sachverständige werden in Deutschland u.a. durch die Deutsche Gemmologische Gesellschaft in Idar-Oberstein ausgebildet und zertifiziert.

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Die großen Prüfinstitute stellen Zertifikate nur für Diamanten ab einem Gewicht von 0,30 ct aus.

In den Richtlinien der GIA ist z.B. festgelegt, dass Diamanten mit Lupen einer mindestens zehnfachen Vergrößerung zu begutachten sind.

Im Dez. 2014 wurde weltweit vor Zertifkaten der EGL - European Gemological Laboratories gewarnt (u.a. von Martin Rapaport auf Bloomberg), da Diamanten von EGL meist um vier bis fünf Qualitätsstufen höher bewertet wurden als von anderen Prüfinstituten.

Karatpreise

Der Karatpreis nimmt mit der Größe der Edelsteine progressiv zu bzw. nimmt bei geringerer Reinheit merkbar ab. Die nachstehende Tabelle gibt einen Überblick der Progressionen bei der Preisermittlung für geschliffene Diamanten.

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Nachstehend eine aktuelle Preistabelle für geschliffene Diamanten in verschiedenen Größen bei gleichen Bewertungsmerkmalen.

 

Im internationalen Diamanthandel sind die Preislisten des „Rapaport Diamant Report“ die Richtschnur für die Preise von Roh- und geschliffenen Diamanten. Herausgeber ist der Amerikaner Martin Rapaport der seit 1978 die verschiedenen Tabellenblätter (welche immer auf roten Untergrund gedruckt sind) erstellt.

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Dennoch sind die Preise für bearbeitete Diamanten gleicher Qualität an verschiedenen Orten recht unterschiedlich. Aktuell ist Moskau eher ein Hochpreisgebiet, während man in London und New York vergleichsweise günstig einkaufen kann.

Berühmte Diamanten

Eine ganze Reihe von Diamanten sind auf Grund Ihrer Größe, der Schönheit oder wegen ihrer abenteuerlichen Vergangenheit bekannt und berühmt. Nachstehend eine kleine Auswahl:

Cullinan

Ist der größte bekannte Rohdiamant mit 3,106 ct. Er wurde in der Premier Mine in der Nähe von Kimberley in Südafrika bei einer Routineinspektion durch den Produktionsleiter der Mine, Frederick Wells, am 26. Januar 1905 entdeckt. Seinen Namen erhielt er jedoch nach dem Präsidenten der Minengesellschaft Thomas Cullinan.

Nachdem der britischen Kolonie Transvaal Ende 1906 die innere Selbstverwaltung zugestanden worden war, schlug der damalige Premier Louis Botha dem Parlament der Kolonie im August 1907 vor, den Rohdiamanten aufzukaufen, um ihn dem britischen König Edward VII. als Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung zum Geschenk zu machen. Dieser Vorschlag wurde angenommen und der Diamant daraufhin dem König anlässlich seines 66. Geburtstags am 9. November 1907 als Geschenk überreicht.

In Amsterdam wurde der Rohdiamant 1908 vom Schleifer Joseph Asscher in 105 Steine gespalten, davon neun große und 96 kleine Teile. Die neun großen Diamanten sind heute Teil der britischen Kronjuwelen und befinden sich im Tower von London.

Nach seiner Spaltung teilte sich der Diamant in 9 große und 96 kleine Steine. Als Stern von Afrika gelangte der größte mit 530,02 ct (gleich 106,04 gr.) als Zierstein in das englische Zepter. Er misst 53 x 44 x 29 mm und besitzt 76 Facetten.

Koh-i-Noor (auch Kohinoor)

Der Stein wurde erstmals 1304 erwähnt, als ihn Alaud Din Khalji der Sultan von Delhi dem Raja von Malwa (in Nordindien) entwendete. Anschließend schmückte der Stein das Auge des Pfauen im prachtvollen Pfauenthron in Delhi.

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Bei der Eroberung Delhis 1739 fiel er in die Hände von Nadir Schah von Persien. Die Legende erzählt, dass eine Haremsdame dem Eroberer verriet, dass der Diamant im Turban des Moguls versteckt war. Daraufhin schlug der Schah dem Mogul bei einer Feier vor, die Turbane zu tauschen. Diese Geste wurde als Symbol ewiger Freundschaft und Brüderlichkeit gewertet und eine Ablehnung wäre einem Affront gleichgekommen. Als der Schah den Diamanten aus dem Stoff wickelte, soll er vor Freude „Koh-i-Noor“ gerufen haben.

1747 wurde der persische Schah ermordet und der Koh-i-Noor wanderte in die Schatzkammern von Punjab. Als der bis dahin unabhängige Staat 1849 von Britisch-Indien annektiert wurde, ging das Kleinod als Entschädigung für die Sikh-Kriege in den Besitz der Britischen Ostindien-Kompanie über.

1850 wurde der Stein der britischen Königin Victoria zum 250. Gründungsjubiläum der Britischen Ostindien-Kompanie überreicht. Königin Victoria ließ den Koh-i-Noor neu schleifen, nachdem Kritik über sein angeblich mangelndes Feuer laut wurde. So wurde der vormals 186-karätige Diamant auf seine heutige Größe von 108,93 Karat (21,786 g) gebracht.

Anlässlich der Krönung von König Georg V im Jahr 1911 wurde der Koh-i-Noor als zentraler Stein in die Krone von Königin Mary eingesetzt.

Der Koh-i-Noor kann heute gemeinsam mit den britischen Kronjuwelen im Tower von London besichtigt werden.

Der Hope Diamant

Ein sagenumwobener blauer Diamant der nach dem früheren Besitzer der Washington Post, Henry Philip Hope, benannt wurde

Der Legende nach gehörte dieser 45,52 Karat (9,104 g) schwere blaue Diamant zur Statue der indischen Gottheit Vishnu. Als ihr die Kostbarkeit gestohlen wurde, soll die Gottheit den künftigen Eigentümern Unglück prophezeit haben. Auf wenigsten einen der späteren Besitzer trifft das zu, der französische König Ludwig XVI. und Marie Antoinette trugen ihn und endeten unter dem Fallbeil.                            

In Wirklichkeit wurde der Diamant jedoch von dem Kaufmann Jean-Baptiste Tavernier in einem Nebenfluss des Kooleron in Indien gefunden und von ihm im Jahre 1668 an den französischen König Ludwig XIV. verkauft.

 Als der Diamant im Laufe der Französischen Revolution gestohlen wurde, verschwand er für einige Jahre aus der Öffentlichkeit. Erst 1830 tauchte er wieder auf, als er in England als ein ungeschliffener blauer Diamant zum Verkauf angeboten wurde. Der britische Bankier und passionierte Juwelensammler Henry Philip Hope erwarb dann diesen Stein für 18.000 Pfund. Später sollte der berühmte Diamant nach seiner Familie benannt werden, die ihn über 50 Jahre besaß.

Danach waren verschiedene Persönlichkeiten im Besitz des Steins, u.a. Pierre Cartier und 1949 wurde der amerikanische Juwelier Harry Winston ein Besitzer, der ihn mit einem versicherten Postpaket am 8. November 1958 dem Smithsonian Institution in Washington (D.C.) als Geschenk schickte. Dort kann der Stein bis heute betrachtet werden.

Aktuell wird der Wert des Diamanten auf etwa 200 Millionen Dollar geschätzt.

Pink Star

Aktuell der teuerste Diamant der Welt. Am 13.Nov. 2013 wurde er bei einer Auktion von Sotheby´s in Genf, für € 61,9 Millionen, von dem New Yorker Diamantschleifer Isaac Wolf ersteigert.

Der Pink Star hat ein Gewicht von 59,6 ct. und wurde 1999 in der australischen Argyle Mine gefördert. Zwei Jahre lang wurde der Rohdiamant danach durch „Steinmetz Diamonds“ bis zu seiner jetzigen Form geschliffen und poliert. Der Edelstein gehört zu einer besonderes edlen Untergruppe von Diamanten, bekannt als Typ IIa. Sie gelten als die chemisch reinsten Diamanten.

Präsident Vargas

Der größte bisher in Brasilien gefundene Rohdiamant. Sein Namensgeber ist Getúlio Vargas, der damalige Präsident von Brasilien.

Der Diamant wurde 1938 im Fluss San Antonio in der Nähe der Gemeinde Coromandel im Bundesstaat Minas Gerais gefunden und hatte ein Rohgewicht von 726,8 Karat (145.36 g).

1941 wurde er zu 29 Steinen verschliffen (die größeren im Emerald-Cut), die zusammen noch ein Gewicht von 411 ct. (82.2 g) hatten.

Der größte Stein behielt formal den Namen Präsident Vargas und hat ein Gewicht von 48,26 ct. und 1961 wurde er von einem unbekannten Käufer erworben.

Regent

Der Regent ist ein Diamant von höchster Qualität, er wiegt jetzt 140.5 Karat (28.1 g) und stammt aus Golkonda, einer Stadt westlich von Hyderabad gelegen im heutigen Bundesstaat Andhra Pradesh in Indien.

1717 wurde er durch den französischen Herzog Philippe II. d'Orléans von dem Reisenden und Edelsteinhändler Jean-Baptiste Tavernier erworben.

Seinen Namen verdankt er diesem Besitzer, denn Philippe II. d'Orléans übte von 1715 bis 1723 in Frankreich im Namen des noch unmündigen Ludwig XV. die Regentschaft aus. Zu dieser Zeit war er einer der größten Diamanten der Welt.

Später trug Marie Antoinette (1755-1793) ihn häufig als Schmuck und der französische Kaiser Napoleon I ließ sich den Diamanten in seinen Degenknauf einfassen, den er bei seiner Krönung 1804 trug.

Heute kann man ihn im Louvre in Paris bewundern

Dresdner Grüne Diamant

Ein Diamant von unbekannter Herkunft, sein Ursprung wird in Indien oder Brasilien, vermutet. Heute ist er mit 40,8 ct. (8,2 g) der größte geschliffene, natürlich grüne Diamant. Seine leuchtende grüne Farbe wird auf natürliche Radioaktivität zurückgeführt, welcher er in seiner ursprünglichen Lagerstätte ausgesetzt war.

 

Historisch lässt er sich bis ins Jahr 1722 nach London zurückverfolgen, wo er aus einem Rohdiamanten mit 119,5 Karat (23,9 g) geschliffen wurde. 1741 kaufte Friedrich August II, Kurfürst von Sachsen (1733-1763)  den Diamanten auf der Ostermesse in Leipzig.

Der Dresdner Grüne Diamant kann heute im Neuen Grünen Gewölbe im Residenzschloss Dresden besichtigt werden.

 

Fazit

Alle Diamanten sind schön, aber erst das Wissen um die 4 C hilft Ihnen, Ihre persönliche Vorstellung von Schönheit zu entdecken und Ihren Diamanten nach der Kombination seiner Merkmale individuell auszuwählen.

Seit 1940 verwendet De Beers den Slogan „A Diamond is forever“ (Ein Diamant ist unvergänglich) und dieser Aussage ist einfach nichts mehr hinzuzufügen.

 

Erklärung:

Bei allen Inhalten dieses Diamanten-Lexikons handelt es sich um Wissen der Allgemeinbildung. Wir haben die Daten, Fakten und Informationen sorgfältig zusammengetragen und dabei auch auf eine Vielzahl von unterschiedlichen Quellen in verschiedenen Sprachen zurückgegriffen. Es wurde aber darauf verzichtet Quellenangaben zu nennen und ein Literaturverzeichnis zu erstellen, da keine Urheberrechte erkannt bzw. zugeordnet werden konnten.

Die zur besseren Illustration der Wissensinhalte notwendigen Grafiken, Tabellen, und Fotos wurden von uns zum Teil selbst erstellt oder wurden Medien entnommen deren Inhalte als frei verfügbar und lizenzfrei gelten und die für deren Weiterverwendung keine Urheberrechte geltend gemacht haben.

Ergänzend hierzu verweisen wir auf unseren Urheberrechtshinweis im Impressum.